Gestrandeter Buckelwal

Vorbereitungen zur Bergung des Wals laufen an

Die Umgebung des Wals wurde am Donnerstag für eine mögliche Bergung vermessen.

Die Umgebung des Wals wurde am Donnerstag für eine mögliche Bergung vermessen.

Von dpa

In der Ostsee vor Wismar haben Vorbereitungen für den Fall begonnen, dass der vor der Insel Poel liegende Buckelwal sterben sollte. Am Mittag erkundete ein Vermessungsboot die Umgebung des Tieres, wie Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) mitteilte. „Dabei handelt es sich um vorbereitende Maßnahmen, um den Tierkörper später bergen zu können. Die Vermessung wird so schonend wie möglich unternommen, um das Tier nicht zu stören.“

Das gute Wetter und die glatte Wasseroberfläche seien optimal für die Messungen gewesen, sagte ein Sprecher des Ministeriums der Deutschen Presse-Agentur. Das Boot sei „extrem langsam und möglichst geräuschlos“ an den Meeressäuger herangefahren. Der Wal lebe, er atme aktuell im Abstand von rund fünf Minuten. Immer wieder waren seine Fontänen zu sehen gewesen.

Die Polizei sperrte den Zugang zum Ufer der Insel Poel ab.
Die Polizei sperrte den Zugang zum Ufer der Insel Poel ab.
Die Polizei sperrte den Zugang zum Ufer der Insel Poel ab.
Der genaue Zustand des Buckelwals ist unklar.
Der genaue Zustand des Buckelwals ist unklar.
Der genaue Zustand des Buckelwals ist unklar.

An die 500-Meter-Sperrzone rund um den Wal halten sich die Menschen bislang, wie die Wasserschutzpolizei und das Ministerium auf Nachfrage bestätigten. Auch über Nacht sei der Meeressäuger nicht gestört worden, Verstöße habe es nicht gegeben.

Die Sperrzone war demnach eingerichtet worden, um dem großen Tier Ruhe zu geben. Sie wird laut Backhaus streng kontrolliert. Auch Drohnenflüge seien untersagt. Etwaige Verstöße würden als Ordnungswidrigkeit geahndet. Die Polizei sperrte am Morgen zudem den Weg zum Ufer auf der Insel Poel mit hohen Zäunen ab, wie ein dpa-Reporter vor Ort berichtete.

Der Wal werde weiterhin bewacht, die Situation in täglichen Lagebesprechungen kontinuierlich bewertet und abgewogen, sagte Backhaus. „Bis zur letzten Minute werden alle ernstzunehmenden Hinweise, die dem Tier helfen könnten, entgegengenommen und geprüft.“

Unterdessen laufen am Deutschen Meeresmuseum zusammen mit den Behörden die Planungen für eine wissenschaftliche Obduktion, sollte der Wal sterben, wie das Museum mitteilte. Nach seinem Tod soll das Tier zur Insel Dänholm transportiert und dort von externen und unabhängigen Expertinnen und Experten obduziert werden. All dies werde umfassend dokumentiert.

Neben Untersuchungen zu möglichen Krankheiten und zur Todesursache sollen auch der Körper und die Organe des Wals vermessen, gewogen und beprobt werden. Die Proben sollten später der Wissenschaft zur Verfügung gestellt werden, hieß es. Ein Großteil des Walkörpers soll fachgerecht durch ein spezialisiertes Entsorgungsunternehmen behandelt werden.

Aktuell werde zudem ein Angebot zur wissenschaftlichen Sicherung des Walskeletts geprüft, dass dem Institut für Biowissenschaften der Universität Rostock vorliege. Damit könnte das Skelett für Forschung, Lehre und öffentliche Bildungsarbeit genutzt werden.

Am Mittwoch waren jegliche Rettungsversuche für den Wal eingestellt worden. Nach Angaben der Fachleute und Meeresschützer vor Ort wird er wohl in der Bucht sterben. Der Wal sei inzwischen deutlich geschwächter, seine Atemfrequenz unregelmäßig und seine Brustflossen nah am Körper, wie der wissenschaftliche Direktor des Deutschen Meeresmuseums, Burkard Baschek, am Mittwoch sagte. Zudem sinke der Wasserstand in der Kirchsee, dem Teil der Wismarbucht, in dem der Wal liege.

Der Buckelwal hatte sich viermal festgesetzt, seitdem er Anfang März immer wieder an der Ostseeküste aufgetaucht war. Zunächst war er im Hafen von Wismar gesichtet worden, später zunächst am Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein und letztlich vor Wismar gestrandet.

„Großwale wie Buckelwale sind natürlicherweise längere Fastenperioden gewohnt“, erklärt Tom Bär vom Deutschen Meeresmuseum. Ihr Wanderverhalten kennzeichne sich dadurch, dass sie zur Paarungszeit in warme Gewässer wandern, in denen sie reduziert bis gar keine Nahrung zu sich nehmen. „Dies kann mehrere Monate in Anspruch nehmen.“

Der genaue Zustand des Tieres vor Wismar sei allerdings unklar, „da wir es nicht innerlich untersuchen können. Es kann sein, dass dieses Tier mit einer Infektion zu kämpfen oder Organschäden hat“, sagte Bär. Entscheidend seien verschiedene Faktoren, die man nicht genau einschätzen könne: der Pegel, das Gewicht, das der Wal tragen muss, die Temperaturen, aber besonders die Resilienz des Wales.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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