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Lawinenlage brisant: Sieben Tote in Österreich

Brisante Lawinenlage in den Alpen: Bislang ist keine Entspannung in den nächsten Tagen in Sicht.

Brisante Lawinenlage in den Alpen: Bislang ist keine Entspannung in den nächsten Tagen in Sicht.

Von dpa

Starke Schneefälle und Regen haben in den Alpen zu einer brisanten Lawinenlage geführt. Allein in Österreich kamen seit Freitag sieben Wintersportler unter Schneemassen ums Leben. Am Arlberg und in Sölden waren am Sonntag zahlreiche Lifte und Pisten wegen Lawinengefahr gesperrt. Der Wärmeeinbruch wird laut Experten die Situation nicht entspannen.

„Davon kann in den nächsten Tagen keine Rede sein“, sagte ein Sprecher der Lawinenwarnzentrale Salzburg. Alle Wintersportler wurden dringend aufgerufen, auf den Pisten zu bleiben und keinesfalls im freien Gelände unterwegs zu sein. In den vergangenen Tagen war verbreitet rund ein halber Meter Schnee gefallen.

Im Süden Bayerns erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) für Lagen bis 2.000 Metern Plusgrade und damit Tauwetter. Oberhalb von 1.600 Metern sei die Lawinengefahr weiter groß, unterhalb sogar erheblich, teilte der Lawinenwarndienst Bayern am Samstagabend mit. Die Hauptprobleme seien Neuschnee und Regen, der teils bis in eine Höhe von 1.800 Meter falle und die Schneedecke schwäche. Lawinen könnten sich bereits durch geringe Zusatzbelastung lösen und auch exponierte Wege treffen.

Auch der Südosten Europas hatte mit massiven Problemen durch den Schneefall zu kämpfen.

Auch der Südosten Europas hatte mit massiven Problemen durch den Schneefall zu kämpfen.

Auch andere Regionen hatten mit den Folgen heftiger Schneefälle zu kämpfen. In Slowenien waren am Samstag fast 30.000 Haushalte ohne Strom. Montageteams aus dem ganzen Land versuchten, die außer Kraft gesetzten Transformatoren wieder zum Laufen zu bringen, hieß es. Mit dem Nachlassen der Schneefälle begann sich am Sonntag die Lage zu normalisieren, berichteten Medien.

Heftige Schneefälle wurden auch aus dem Westen Ungarns berichtet. In der Kleinstadt Köszeg wurden am Freitag 36 Zentimeter Neuschnee gemessen, in der Sopron an der Grenze zu Österreich am Samstag 27 Zentimeter, wie der ungarische Wetterdienst HungaroMet mitteilte. Starke Windstöße sorgten in dem betroffenen Gebiet außerdem für Schneeverwehungen. Am Sonntag ließen die Niederschläge weitgehend nach, wie lokale Medien berichteten.

In Österreich gingen seit Freitag Dutzende von Lawinen ab. Am Samstag wurden dabei erneut zwei Wintersportler getötet. Ein 41-Jähriger wurde laut Polizei in Serfaus in Tirol abseits der Piste von einem Schneebrett erfasst. Der Österreicher konnte zwar aus einer Tiefe von rund zweieinhalb Metern ausgegraben werden, starb allerdings später im Krankenhaus.

Ein 21-jähriger Slowake wurde in den Wölzer Tauern in der Steiermark von einem Schneebrett verschüttet, wie die Behörden berichteten. Er starb unter den Schneemassen.

Zuvor waren bereits fünf Menschen ums Leben gekommen. In St. Anton am Arlberg starben ein US-Bürger, ein Pole und ein 21-jähriger Österreicher durch ein gewaltiges Schneebrett, das fast einen Kilometer weit ins Tal rauschte.

Im Tiroler Skigebiet Nauders wurde laut Polizei ein 42-jähriger Skifahrer aus Thüringen abseits der Piste von einer Lawine erfasst und getötet. Sein 16-jähriger Sohn habe schwer verletzt überlebt. Die beiden wollten demnach einen Nordhang queren, als sich ein rund 400 Meter breites Schneebrett löste und beide Wintersportler etwa 200 bis 300 Meter mitriss. Ein weiterer Lawinentoter wurde von der Polizei in Fiss in Tirol gemeldet. Der 71-Jährige Niederländer trug kein Lawinensuchgerät, das im Notfall das Auffinden erleichtern kann.

In Österreich starben in dieser Saison bereits 20 Menschen bei Lawinenabgängen. Damit ist die durchschnittliche Zahl der Lawinenopfer in der gesamten Wintersaison bereits erreicht.

In der Hohen Tatra fanden slowakische Retter nach mehrtägiger Suche die Leiche eines vermissten Touristen. Alles deute darauf hin, dass es sich bei dem Toten um einen 30-jährigen Mann handelte, der seit der vergangenen Woche im Grenzgebiet zu Polen verschwunden sei, sagte ein Sprecher der polnischen Bergwacht der Nachrichtenagentur PAP.

Der Mann war am 14. Februar mit der Seilbahn auf den Berg Kasprowy Wierch gefahren, wie Aufzeichnungen von Überwachungskameras zeigten. Danach verlor sich seine Spur. Eine am Mittwoch begonnene Suchaktion mit Spürhunden und Hubschraubern führte die Retter am Donnerstag in ein Lawinengebiet. Wegen schlechter Witterungsbedingungen musste die Rettungsaktion zwischenzeitlich abgebrochen werden. In den vergangenen zwei Wochen hat es bereits vier Lawinentote in der Hohen Tatra gegeben.

Bei einsetzendem Tauwetter in der Region stuft die polnische Bergwacht die Lawinengefahr derzeit als moderat ein. Die Schneedecke sei an steilen Hängen nur schlecht mit dem Untergrund verbunden. Eine Lawinenauslösung sei an einigen Stellen bei großer Zusatzbelastung möglich, ein spontaner Abgang größerer Lawinen aber unwahrscheinlich, hieß es.

In den nördlichen französischen Alpen haben am Samstag mehrere Lawinenabgänge im Oisans-Massiv (Isère) zwei Weiler isoliert. In Allemond, nahe Alpe d’Huez, wurde die einzige Zufahrtsstraße durch eine außergewöhnlich starke Lawine auf über einem Kilometer verschüttet. Die Straße ist der einzige Zugang zu einem der Weiler, der nun völlig von der Außenwelt abgeschnitten ist.

In Articol hat eine heftige Lawine mehrere Fahrzeuge unter großen Schneemassen und umgestürzten Bäumen begraben. Verletzt wurde nach Angaben der Behörden niemand, der Lawinenabgang kam am Ortseingang zum Stillstand.

Starke Schneefälle registrierte auch das südosteuropäische Land Rumänien. An den beiden Flughäfen der Hauptstadt Bukarest kam es deshalb am Samstagvormittag zu Verspätungen. Am Sonntagmorgen maßen die Meteorologen in Bukarest bis zu 36 Zentimeter Neuschnee. In den Bergen der Karpaten fielen sogar bis zu 1,8 Meter Schnee, berichtete das Nachrichtenportal „hotnews.ro“.

Im Dorf Vadu Parului, 80 Kilometer nördlich von Bukarest, brachten die Schneemassen das Dach einer Stallung zum Einsturz. 30 Schafe und Ziegen fanden infolgedessen den Tod, berichtete die Nachrichtenagentur Mediafax unter Berufung auf die lokale Feuerwehr.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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