Leipziger Buchmesse

Prominente, Preise und Politik - Leipziger Buchmesse 2026

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Die Messe beginnt am 19. März. (Archivbild)

Die Messe beginnt am 19. März. (Archivbild)

Von dpa

Die Leipziger Buchmesse ist traditionell eine große, fröhliche Bücherparty im Frühling, doch in diesem Jahr wirft die Politik einen Schatten auf den Branchentreff. Im Mittelpunkt der Aufregung steht Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos). Er ließ erst drei linke Buchläden von der Nominierungsliste für den Deutschen Buchhandlungspreises streichen und schließlich die auf der Messe geplante Verleihung komplett absagen. Seitdem wird erhitzt über die Freiheit der Kunst diskutiert.

Die Leipziger Buchmesse öffnet vom 19. bis 22. März ihre Pforten. Traditionell hält der Kulturstaatsminister zur Eröffnung eine Rede. Weimer wird auch zu einem Rundgang über die Messe erwartet und soll an einer Diskussionsrunde zur Meinungsfreiheit teilnehmen. Ob es Proteste geben wird, muss sich zeigen. Bisher ist vor dem Festakt zur Eröffnung am Mittwochabend eine Demonstration angekündigt.

Die Buchmesse hatte die Absage der Preisverleihung bedauert, verweist aber ansonsten darauf, dass sie mit der Entscheidung nichts zu tun hatte. Direktorin Astrid Böhmisch gibt sich zuversichtlich für die Bücherschau: Die Ausstellerzahlen bewegten sich leicht über dem Vorjahr, hatte sie vorab erklärt. 2025 waren 2.040 Aussteller in Leipzig dabei. Gerechnet wird mit rund 300.000 Besucherinnen und Besuchern.

Auf der Messe und dem dazugehörigen Lesefestival „Leipzig liest“ sind zahlreiche prominente Autorinnen und Autoren angekündigt. Die Bandbreite reicht von Feminismus-Ikone Alice Schwarzer bis hin zu Social-Media-Star und Neu-Fitness-Queen Daniela Katzenberger. Zu den bekannten Namen zählen auch Sebastian Fitzek, Robert Menasse, Lukas Rietzschel, Sophie Passmann, Judith Holofernes, Bernhard Schlink, Marc-Uwe Kling oder Lutz van der Horst.

Juli Zehs zehn Jahre alter Bestseller-Roman „Unterleuten“ hat 627 Seiten - und jede einzelne davon soll in einem 18-stündigen Lesemarathon vorgelesen werden. Beteiligen werden sich Bürger, Politiker, die Buchmesse-Direktorin und auch Zeh selbst. Die Mega-Lesung wird gestreamt, so dass man auch von zu Hause aus dabei sein kann.

Anders als in den vergangenen Jahren gibt es kein Gastland auf der Leipziger Buchmesse. Stattdessen wurde der Donauraum als sogenanntes Fokusthema ausgewählt. Unter dem Motto „Unter Strom und zwischen Welten“ sind 24 Buchpräsentationen, Gespräche und Podiumsdiskussionen geplant. Auch in Zukunft werde die Buchmesse immer wieder Fokusthemen auswählen und diese im Wechsel mit Gastlandauftritten präsentieren, sagte Böhmisch.

Ein Highlight ist jedes Jahr die Verleihung des Preises der Leipziger Buchmesse in drei Kategorien. In der Belletristik-Sparte dominieren in diesem Jahr Autorinnen die Nominiertenliste. Zur Auswahl stehen Helene Bukowski: „Wer möchte nicht im Leben bleiben“, Anja Kampmann: „Die Wut ist ein heller Stern“, Katerina Poladjan: „Goldstrand“, Elli Unruh: „Fische im Trüben“ sowie Norbert Gstrein: „Im ersten Licht“.

Und auch wenn die Verleihung des Buchhandlungspreises gestrichen wurde, werden auf der Messe noch zahlreiche weitere Auszeichnungen vergeben - unter anderem erstmals die BookBeat Awards für die beliebtesten Hörbücher, der Kurt-Wolff-Preis für unabhängige Verlage oder der Selfpublisher-Buchpreis.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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