Streit um Buchhandlungspreis

Nach Buhrufen: Börsenverein erneuert Kritik an Weimer

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Vom Vorsteher des Börsenvereins des deutschen Buchhandels kam erneut Kritik.

Vom Vorsteher des Börsenvereins des deutschen Buchhandels kam erneut Kritik.

Von dpa

Der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Sebastian Guggolz, hat das Vorgehen von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer im Zusammenhang mit dem Deutschen Buchhandlungspreis erneut scharf kritisiert. Im WDR 5 Morgenecho sagte er, Weimer mache „links die Räume enger“ und beschneide damit den von ihm selbst propagierten breiten Meinungskorridor.

Anlass ist die Entscheidung, drei Buchhandlungen in Berlin, Bremen und Göttingen von der Nominiertenliste zu streichen. Weimer hatte die Streichung der Buchläden mit „verfassungsschutzrelevanten Erkenntnissen“ begründet. Guggolz bemängelte nun, Weimer bezeichne die Häuser weiterhin als „linksextrem“ oder „Verfassungsfeinde“, ohne dass dafür eine belastbare Faktenlage vorliege.

„Und diese Intransparenz des kompletten Vorgangs von A bis Z, die müssen wir Herrn Weimer nach wie vor vorwerfen“, kritisierte Guggolz. Weder seien konkrete Vorwürfe offengelegt noch die betroffenen Buchhandlungen angehört worden. Entscheidungen ohne nachvollziehbare Grundlage erzeugten Verunsicherung in der Branche und seien „hochbedenklich“, sagte er.

Weimer hatte am Mittwochabend beim Festakt zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse gesagt, er nehme die Kritik ernst. Er habe selbst als Journalist und Verleger für die Meinungsfreiheit und gegen einen übergriffigen Staat gekämpft. „Die Kategorie der Freiheit und die Kategorie der Förderung aber sind zwei ganz unterschiedliche Dinge. Damit es ganz klar ist.“

Wenn es um eine aktive Förderung mit Steuergeld gehe, habe der Staat eine Sorgfaltspflicht. „Mein Staat sollte alle Extremisten gleichermaßen ablehnen: Rechte, Linke, Islamisten“, sagt Weimer. Er schlug vor, den Buchhandelspreis mit dem Börsenverein und anderen Partnern weiterzuentwickeln.

Ein Teil des Publikums buhte den Kulturstaatsminister im Leipziger Gewandhaus aus. Zudem wurde seine Rede immer wieder durch Zwischenrufe unterbrochen.

Weimer wird am Donnerstagabend einen weiteren Termin im Rahmen der Buchmesse wahrnehmen: Er nimmt in der Deutschen Nationalbibliothek an einer Podiumsdiskussion zur Meinungsfreiheit teil. Einen ursprünglich geplanten Rundgang über die Messe hat der Kulturstaatsminister allerdings wegen einer Bundestagsdebatte in Berlin abgesagt.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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