Meinung

Kommentar der Woche

Weihnachtskind, Christmann oder Nikolaus?

Anna Hartauer (17) aus Landshut

Anna Hartauer (17) aus Landshut

Von Anna Hartauer

Weihnachten rückt näher und jeder freut sich darauf, dass er auch dieses Jahr Geschenke unter einem geschmückten Weihnachtsbaum finden wird. Nur wer bringt denn nun die Päckchen?

Zum einen wäre da das Christkind (oder bayerisch auch Christkindl), das durch das Fenster hereinfliegt, die Geschenke unter den Baum legt und ungesehen wieder verschwindet. Zum Zeichen, dass die Kinder wieder ins Zimmer dürfen, läutet es meistens noch mit einem Glöckchen.

Verwirrung in dieses Konzept, welches die Kinder von ihrer Familie vermittelt bekommen, bringt seit einiger Zeit ein Kollege des Christkinds: der Weihnachtsmann. Der Werbebeauftragte von Coca-Cola hat einen langen weißen Bart, trägt einen roten Mantel und fliegt mit Hilfe eines Rentierschlittens von Haus zu Haus, wo er dann die Geschenke durch den Kamin hineinbefördert.

Kindern ist es egal, wer die Geschenke bringt

Okay. Gut, die zwei Gestalten können wohl die meisten von uns auseinanderhalten. Problematisch wird es nur, wenn man die beiden, die ja bekannterweise für den 24. Dezember zuständig sind, auch noch mit dem Nikolaus vermischt.

Den meisten Kindern ist es nämlich völlig egal, ob der nette Herr mit dem roten Mantel nun der Nikolaus oder ganz einfach der Weihnachtsmann ist. Schließlich gibt es beide Männer auch in Schokoladenform. Dass der Erste eine Mitra und der Zweite eine normale Mütze trägt, sieht man, nachdem man den Kopf abgebissen hat, ja eh nicht mehr. Das Nikolausfest ist ein zusätzliches Fest, genau wie Sankt Martin, aber den lassen wir jetzt wohl lieber aus dem Spiel, das wird sonst noch zu kompliziert.

Der Heilige Nikolaus bringt nur den braven Kindern eine Belohnung, weshalb er bei manchen von den Kleinen vielleicht nicht ganz so beliebt ist, weil sie dann doch ein bisschen Angst haben. Schließlich hat er auch noch seine Verstärkung, den Krampus, dabei und der schaut gar nicht liebenswürdig aus. Wirklich verwirrend wird das Ganze nur, wenn man das alles kombiniert. Ein Beispiel: Bei einer Familie kommt am 6. Dezember der Nikolaus, der sieht aber leider aus wie der Weihnachtsmann, was zu Verwechslungen führt. An Weihnachten kommt aber wieder jemand anderes, nämlich das Christkind. Den Nikolaus versuchen dann manche als den Bruder des Weihnachtsmannes zu erklären, das könnte jedoch rege Diskussionen unter den Weihnachtswütigen auslösen, weshalb man das lieber vermeiden sollte.

Da kann man dann schon verstehen, wenn manche Leute Angst haben, dass irgendwann das "Weihnachtskind" kommt.

Also zu mir kommt wie jedes Jahr Anfang Dezember der Nikolaus, das Christkind an Weihnachten und ich kann es auch mit meinem Gewissen vereinbaren, dass ich trotzdem Schokoladenweihnachtsmänner esse.

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