Alarmplan Fluss

Zu wenig Wasser im Main - Schiffe brauchen Geduld

Der Main führt immer weniger Wasser. (Archivbild)

Der Main führt immer weniger Wasser. (Archivbild)

Von dpa

Der Main führt immer weniger Wasser - das ist Grund zur Sorge und damit auch ein Grund für die Bezirksregierung von Unterfranken, die Lage genau zu beobachten. Ausreichend Regen, der die Situation entspannen könnte, ist derzeit nicht in Sicht. Das hat auch Folgen für die Schifffahrt.

Wie es dem Main geht - zu warm, zu wenig Sauerstoff oder zu wenig Wasser - wird unter anderem von Experten bei der Bezirksregierung Unterfranken beobachtet. Wird es irgendwo kritisch, greift der „Alarmplan Main Gewässerökologie“. Das bedeutet, dass etwa Kreisverwaltungsbehörden aufgefordert werden, Nutzer des Flusses zum Handeln aufzurufen.

Derzeit gilt nach Angaben der Bezirksregierung mit Sitz in Würzburg die zweite von drei Warnstufen - von der Landesgrenze nach Hessen bei Kahl am Main (Main-Kilometer 66,6) bis Bamberg (Main-Kilometer 384,2). Mit der Warnung will die Bezirksregierung alle Nutzer des Mains sensibilisieren, rücksichtsvoll mit dem wertvollen Gut Wasser umzugehen.

Unternehmen sollten etwa ihre Betriebsweise anpassen - das könnte derzeit bedeuten, möglichst auf Wasserentnahmen zu verzichten.

Schiffe brauchen Geduld

Sinkt die Wassermenge, hat das auch Auswirkungen auf den Schiffsverkehr. „Wir schleusen langsamer“, erklärte der Fachbereichsleiter Schifffahrt beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Main, Sebastian Roger. Ziel sei es, Schwankungen in den einzelnen Stauhaltungen zu vermeiden. Wenn möglich, würden mehrere Schiffe gleichzeitig geschleust. „Prinzipiell ist die Schifffahrt möglich“, sagte Roger. Es komme aber zu Verzögerungen und Wartezeiten. Der Main hat bis zum Rhein 34 Staustufen, an denen Schiffe einen Höhenunterschied im Fluss überwinden müssen.

Wegen der außerordentlich niedrigen Pegelstände am Rhein sei zudem der Schiffsverkehr zwischen Main und Rhein eingeschränkt. Nach Rogers Worten sind deshalb im Main 20 bis 25 Prozent weniger Schiffe unterwegs als üblich. Auch Fahrgastschiffe führen derzeit meist nicht mehr vom Main in den Rhein.

Wassermenge am Pegel Trunstadt gering

Der Wasserabfluss des Mains wird insbesondere an der Messstelle im Bereich Trunstadt (Landkreis Bamberg) beobachtet. Dort war zuletzt ein äußerst niedriger Wert registriert worden - 26,2 Kubikmeter pro Sekunde im Drei-Tages-Mittel. Der mittlere Abfluss im Jahresdurchschnitt liegt nach Rogers Angaben an der Messstation bei rund 110 Kubikmetern pro Sekunde.

Zu wenig Wasser bedeutet Stress für das Gewässer mit seinen vielen Tieren und Pflanzen. Daher greift der Alarmplan, der helfen soll, die ökologische Qualität des Flusses zu bewahren.

Verschärfend dürfte sein, dass die Wassermenge, die aus dem Main-Donau-Kanal in den Main fließt, gedrosselt werden muss, weil auch im Donauraum nicht mehr genügend Wasser mehr zur Verfügung steht. Wassertemperatur und Sauerstoffgehalt des Flusses sind dagegen nach Angaben der Bezirksregierung unkritisch.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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