Bildung
Lehrer als Coaches: Schulpreis für Donauwörther Modell

Fabian Sommer/dpa
Bei der Vergabe der Auszeichnungen des Deutschen Schulpreises in Berlin kam auch eine bayerische Schule zum Zug.
Die Hans-Leipelt-Berufsoberschule im schwäbischen Donauwörth ist in diesem Jahr einer der Preisträger beim Deutschen Schulpreis. Ein Konzept zum flexiblen und individuellen Lernen dort wurde bei der Preisverleihung in Berlin mit 30.000 Euro ausgezeichnet.
Hauptpreisträger ist die Bertha-von-Suttner-Schule in Mörfelden-Walldorf in der Nähe von Frankfurt am Main, die ein Preisgeld von 100.000 Euro bekam. Fünf weitere Schulen in Baden-Württemberg, Hamburg, Hessen, Niedersachsen und Thüringen erhielten ebenfalls 30.000 Euro. Insgesamt waren 15 Schulen für die Endrunde qualifiziert.
Lehrer werden zu Coaches
Bei dem Donauwörther Projekt gibt es keine klassischen Stundenpläne. Die Schülerinnen und Schüler erhalten Einführungen zu bestimmten Fragestellungen, dann sollen sie selbstorganisiert weiterarbeiten. Die Lehrkräfte stehen ihnen dabei als Coaches zur Seite. Die Lernenden können sich Unterstützung dann holen, wenn sie sie benötigen. Sie sind dabei nicht fest einer Lehrkraft zugeordnet, sondern können sich auch an eine Lehrkraft aus einer anderen Klasse wenden.
„Das pädagogische Konzept lässt sich auf unterschiedliche Bildungsgänge übertragen und entfaltet bereits Strahlkraft in der Region - obwohl es unter herausfordernden strukturellen, räumlichen und finanziellen Bedingungen entstanden ist“, begründete die Jury die Auszeichnung.
Der Deutsche Schulpreis wird seit 2006 für eine besonders gute Schulqualität vergeben. Ausrichter sind die Robert Bosch Stiftung und die Heidehof Stiftung. Eine Jury aus Bildungsexperten und Schulpraktikern vergleicht bei den Bewerberschulen sechs Bereiche: „Unterrichtsqualität“, „Leistung“, „Umgang mit Vielfalt“, „Verantwortung“, „Schulleben und Netzwerke“ sowie „Lernende Schule“. Diese Merkmale seien als Kennzeichen guter Schulqualität allgemein anerkannt.








