Umweltschutz

Tempo 100 auf Autobahnen? Greenpeace rückt mit Aufklebern an

Die Aktivisten rückten mit einer Leiter an.

Die Aktivisten rückten mit einer Leiter an.

Von dpa

Umweltschutzaktivisten haben am Autobahn-Grenzübergang Kiefersfelden in Oberbayern ein Verkehrsschild überklebt, um für ein Tempolimit von 100 auf deutschen Autobahnen zu werben. Aus Sicht von Greenpeace ist ein generelles Tempolimit die einfachste, schnellste und kostengünstigste Maßnahme, um der Energiepreis-Krise zu begegnen. Es würde Emissionen senken, die Sicherheit auf den Straßen erhöhen und Geld sparen.

Am frühen Morgen rückten Aktivisten an der Autobahn 93 mit einer Leiter an und überklebten das entsprechende Schild, das eine Richtgeschwindigkeit von 130 auf deutschen Autobahnen empfiehlt, mit der Zahl 100. Nach Angaben von Greenpeace gab es ähnliche Aktionen auch an anderen Orten in Deutschland.

Die Polizei war zunächst nicht vor Ort.

Die Polizei war zunächst nicht vor Ort.

„Seit 100 Tagen, seit dem Angriff auf den Iran, gucken wir gebannt auf die Preisachterbahn an den Tankstellen“, sagte Lena Donat, Expertin für Mobilität bei der Umweltschutzorganisation, in Kiefersfelden an der Grenze zu Österreich. „Das Tempolimit ist wirkungsvoll, es ist kostenlos und es hat nur Vorteile. Es senkt den Spritverbrauch und macht uns damit unabhängiger von Öl, es schützt das Klima quasi sofort und es schützt Menschenleben.“

Die Bundesregierung müsse alles daran setzen, um Deutschland aus dem Klammergriff der fossilen Konzerne zu lösen, forderte Donat. Ein Tempolimit sei dafür ein erster Schritt.

Nach Angaben der Polizei konnte die zuständige Autobahnmeisterei den Aufkleber bei Kiefersfelden entfernen. Nach erster Einschätzung liege keine Sachbeschädigung vor, weil kein Sachschaden entstanden sei, sagte ein Polizeisprecher. Dennoch prüfe die Verkehrspolizei, ob es verkehrsrechtliche Verstöße gegeben habe.

Die CSU - seit Jahren kategorischer Gegner des Tempolimits - reagierte empörter als die Polizei: „Die Greenpeace-Aktivisten basteln sich mit dieser fragwürdigen und auch nicht ganz ungefährlichen Aktion nicht nur ihre eigenen Verkehrsschilder, sondern ihre eigene realitätsferne Welt“, sagt Generalsekretär Martin Huber. „Ein generelles Tempolimit ist ein absolut unverhältnismäßiger Eingriff in die individuelle Freiheit und nützt erwiesenermaßen weder dem Klima noch der Sicherheit in entscheidendem Maße.“ Niemand sei gezwungen, mit hoher Geschwindigkeit zu fahren. Für die CSU gelte: „Eigenverantwortung statt Bevormundung - auch auf der Autobahn.“

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

Themen des Artikels folgen

Alle Artikel zu gefolgten Themen und Autoren finden Sie bei mein idowa

Finden, was Sie suchen: Sie können sich Artikel von idowa in der Google-Suche nun bevorzugt anzeigen lassen. Mehr Informationen zur kostenlosen Google-Funktion finden Sie auf unserer Infoseite.

Keine Kommentare


Neueste zuerst Älteste zuerst Beliebteste zuerst
alle Leser-Kommentare anzeigen
Leser-Kommentare ausblenden

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert.