Öffentlicher Dienst

Tausende Menschen bei Warnstreiks in Bayern

Über Tausend Menschen haben in München an dem Warnstreik teilgenommen.

Über Tausend Menschen haben in München an dem Warnstreik teilgenommen.

Von dpa

Vor der dritten Verhandlungsrunde des Tarifvertrags der Länder nehmen Beschäftigte aus Universitätskliniken, Landesämtern, Hochschulen und anderen öffentlichen Stellen in Bayern an Warnstreiks teil. Dazu hatten Gewerkschaften aufgerufen, darunter Verdi und die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Bayern.

Größere Demonstrationen gab es in Erlangen und München. Veranstalter und Polizei sprechen von rund 5.000 Teilnehmern in München. In Erlangen waren nach Angaben der Veranstalter über 2.000 Menschen auf der Straße, die Polizei spricht von 1.200 Demonstrantinnen und Demonstranten.

„Wenn Teile der Bundesregierung unsere Arbeitsrealität mit Begriffen wie "Lifestyle-Teilzeit" abwerten, zeigt das, wie gering die Wertschätzung für unsere Arbeit ist“, sagte laut Verdi-Mitteilung Sandra Bischoff vom Uniklinikum Erlangen. „Ich arbeite als Mutter eines zehnjährigen Kindes mit 85 Prozent - an der Grenze dessen, was leistbar ist. Statt pauschaler Vorwürfe brauchen wir endlich Anerkennung und eine angemessene Bezahlung für das, was Tarifbeschäftigte täglich leisten.“

«Unsere Teilzeit ist kein Lifestyle, sondern hat System!», steht auf einem Schild bei dem Warnstreik in München.
«Unsere Teilzeit ist kein Lifestyle, sondern hat System!», steht auf einem Schild bei dem Warnstreik in München.
«Unsere Teilzeit ist kein Lifestyle, sondern hat System!», steht auf einem Schild bei dem Warnstreik in München.
Beschäftigte unterschiedlicher öffentlicher Einrichtungen haben am Warnstreik teilgenommen.
Beschäftigte unterschiedlicher öffentlicher Einrichtungen haben am Warnstreik teilgenommen.
Beschäftigte unterschiedlicher öffentlicher Einrichtungen haben am Warnstreik teilgenommen.

Der Begriff stammt aus einem Antrag zum CDU-Parteitag mit dem Titel „Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit“ und hatte für viel Aufsehen gesorgt. Mittlerweile kommt das Wort in dem Antrag nicht mehr vor.

Da bei den Warnstreiks auch Beschäftigte der Unikliniken teilnahmen, sollte es dort einen Notbetrieb geben. Die Aktion führe jedoch zu spürbaren Auswirkungen, betroffen seien verschiebbare Eingriffe, so die Gewerkschaft.

Andreas Doil, Sprecher der Arbeitnehmer an der Friedrich-Alexander Universität, begründet die Teilnahme der Universitätsmitarbeiter so: „Die Unis sind chronisch unterfinanziert. Können wir uns das wirklich leisten, den einzigen Rohstoff, den wir in Deutschland haben, Ausbildung und Forschung, so zu vernachlässigen?“

Auf der Straße waren neben Beschäftigen von Unikliniken auch Vertreterinnen und Vertreter von verschiedenen öffentlichen Einrichtungen wie Polizeibehörden, Finanzämtern und Theatern.

Der Warnstreik erfolgt einen Tag vor der dritten Runde der Tarifverhandlungen zwischen den Gewerkschaften und der Tarifgemeinschaft deutscher Länder in Potsdam. Die Gewerkschaften wollen damit den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

Verdi fordert in den Verhandlungen sieben Prozent mehr Geld, mindestens jedoch 300 Euro mehr pro Monat. Jedoch habe die Arbeitgeberseite laut Gewerkschaft bisher lediglich geringfügige Lohnerhöhungen mit langer Laufzeit in Aussicht gestellt. Das habe für „großen Unmut“ unter den Beschäftigten gesorgt.

Am Mittwoch folgen Warnstreiks der Beschäftigten des öffentlichen Nahverkehrs. Dadurch könnten unter anderem An- und Abreise zum Pokal-Viertelfinale von FC Bayern und RB Leipzig am Abend in München schwieriger werden. Geplant war deshalb ein Sonderbetrieb.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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