Vertriebene

Protest und Dialog: Sudetendeutsche treffen sich in Brünn

Mit einem Begegnungsfest an einem 'langen Tisch', Volksmusik und Tanzaufführungen hat in Brünn (Brno) der 76. Sudetendeutsche Tag begonnen.

Mit einem Begegnungsfest an einem "langen Tisch", Volksmusik und Tanzaufführungen hat in Brünn (Brno) der 76. Sudetendeutsche Tag begonnen.

Von dpa

Trotz Kritik und Protesten hat in Tschechien das traditionelle Pfingsttreffen der Sudetendeutschen begonnen. Der sogenannte Sudetendeutsche Tag findet in diesem Jahr erstmals in der nach dem Zweiten Weltkrieg verlorenen Heimat statt. Bei einem Begegnungsfest im Stadtzentrum von Brünn (Brno) trafen sich Vertriebene und Tschechen an einem langen Tisch bei Musik und Tanz. „Für mich ist das der größte Tag seit der Wende“, sagte ein Teilnehmer, selbst Sohn eines Tschechen und einer Deutschen.

Die Eröffnungsveranstaltung in Kooperation mit dem Dialogfestival „Meeting Brno“ fand unter starken Sicherheitsvorkehrungen statt. Nur wenige Dutzend Meter entfernt hielten Gegendemonstranten ein Spruchband mit der Aufschrift „Gegen eine weitere Aufweichung der Benes-Dekrete“ hoch. Die Präsidentendekrete bildeten nach dem Zweiten Weltkrieg und den Schrecken der Nazi-Besatzung die Grundlage für die Vertreibung von rund drei Millionen Deutschen aus der damaligen Tschechoslowakei.

Das traditionelle Pfingsttreffen der Sudetendeutschen Landsmannschaft findet erstmals in Tschechien statt.
Das traditionelle Pfingsttreffen der Sudetendeutschen Landsmannschaft findet erstmals in Tschechien statt.
Das traditionelle Pfingsttreffen der Sudetendeutschen Landsmannschaft findet erstmals in Tschechien statt.
Eine Tanzgruppe und Volksmusik sorgten beim Dialogfestival 'Meeting Brno' für gute Stimmung.
Eine Tanzgruppe und Volksmusik sorgten beim Dialogfestival "Meeting Brno" für gute Stimmung.
Eine Tanzgruppe und Volksmusik sorgten beim Dialogfestival "Meeting Brno" für gute Stimmung.
Bernd Posselt von der Sudetendeutschen Volksgruppe spricht bei der Gedenkfeier für die Opfer des Holocaust an dem Ort, von dem aus die jüdischen Transporte aus Brünn abfuhren.
Bernd Posselt von der Sudetendeutschen Volksgruppe spricht bei der Gedenkfeier für die Opfer des Holocaust an dem Ort, von dem aus die jüdischen Transporte aus Brünn abfuhren.
Bernd Posselt von der Sudetendeutschen Volksgruppe spricht bei der Gedenkfeier für die Opfer des Holocaust an dem Ort, von dem aus die jüdischen Transporte aus Brünn abfuhren.
Gegendemonstranten bauen am Messegelände in Brünn (Brno) eine symbolische Barrikade.
Gegendemonstranten bauen am Messegelände in Brünn (Brno) eine symbolische Barrikade.
Gegendemonstranten bauen am Messegelände in Brünn (Brno) eine symbolische Barrikade.

Bereits am Vorabend hatte der Sprecher der Sudetendeutsche Volksgruppe, der CSU-Politiker Bernd Posselt, am Brünner Hauptbahnhof der Opfer des Holocaust gedacht. Zur Hauptveranstaltung auf dem Messegelände am Sonntag wird unter anderem der bayerische Ministerpräsident Markus Söder erwartet. Bayern übernahm 1954 offiziell die Schirmherrschaft über die Volksgruppe. Das diesjährige Motto des Treffens lautet „Alles ist Begegnung“. Die Minister der tschechischen Regierung des Milliardärs und Rechtspopulisten Andrej Babis wollen dem Treffen fernbleiben.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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