Frühlingsboten

Schlafen und Paaren im Flug: Vögel kehren nach Bayern zurück

Wer ist schon da? Wer fliegt nachts? Wer braucht eine Pause? Wer schläft sogar in der Luft? Der Vogelzug Richtung Bayern ist in vollem Gange - und eine Expertin nennt spannende Details.

Die Bachstelze gehört zu den ersten Rückkehrern unter den Zugvögeln. (Archivbild)

Die Bachstelze gehört zu den ersten Rückkehrern unter den Zugvögeln. (Archivbild)

Von dpa

Der Winter ist vorbei - und Millionen Vögel verlassen ihre Winterquartiere, um zurück nach Bayern zu kehren. Dabei unterscheidet sich die Art der Rückreise: Einige machen Pause, einige sind extrem ausdauernd, andere haben kurze Reisewege. Zu den ersten Rückkehrern zählen nach Angaben des Naturschutzverbandes LBV der Star oder die Bachstelze.

Erst später kommen Gartenrotschwanz oder Rohrsänger an, die südlich der Sahara überwintert haben. „Je weiter das Winterquartier entfernt liegt, desto später kehren die Vögel zurück“, sagt Expertin Angelika Nelson. Einige Arten wie Nachtigall, Mauersegler oder Ziegenmelker treffen erst Ende April oder Anfang Mai an.

Überhaupt - der Mauersegler: Er gilt laut Nelson als Ausdauer-Champion, weil er im südlichen bis südöstlichen Afrika überwintert und bei seinem Rückflug fast ständig in der Luft ist - sogar im Schlaf und zur Paarung. „Der Mauersegler ist mit seiner sichelförmigen Flügelform und den kurzen Beinen perfekt an ein Leben in der Luft angepasst. Er berührt außerhalb der Brutzeit kaum festen Boden.“

Mauersegler kehren erst Ende April oder Anfang Mai aus ihrem Winterquartier zurück. (Archivbild)

Mauersegler kehren erst Ende April oder Anfang Mai aus ihrem Winterquartier zurück. (Archivbild)

Manche Vögel müssen auf ihrer Rückkehr nach Bayern bis zu 10.000 Kilometer bewältigen. „Dass diese Vögel jedes Jahr Tausende Kilometer zwischen ihren Brutgebieten in Bayern und den Winterquartieren zurücklegen und dann punktgenau an denselben Ort zurückfinden, gehört zu den erstaunlichsten Leistungen im Tierreich“, sagt Nelson.

Ein Großteil der Singvögel reist nachts, um sich besser vor Greifvögeln zu schützen und weil es dann kühler ist. Größere Vögel wie Störche oder Kraniche sind tagsüber unterwegs, um in der Thermik energiesparend zu gleiten.

Nicht alle Vögel schaffen die Rückreise vom Winterquartier ohne Pause. Deshalb seien Rastgebiete wichtig, hieß es beim LBV. In Bayern zählen dazu etwa der Ismaninger Speichersee, der Altmühlsee und das Donaumoos.

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