Hauptzollamt Landshut
Millionenbetrug in der Baubranche? Zoll durchsucht Objekte in Bayern

Rolf Vennenbernd/dpa
Bei einem bundesweiten Großeinsatz haben Zollbeamte nach mehrmonatigen Ermittlungen des Hauptzollamtes Landshut 76 Objekte untersucht. (Symbolbild)

Mit einem Großaufgebot von rund 400 Zollbeamten hat die Finanzkontrolle Schwarzarbeit am frühen Mittwochmorgen insgesamt 76 Objekte in Bayern, Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Sachsen, Niedersachsen, Brandenburg und Bremen durchsucht.
Wie das Hauptzollamt Landshut mitteilt, war die bundesweite Aktion das Ergebnis mehrmonatiger Ermittlungen. Das Ermittlungsverfahren richte sich gegen sechs männliche serbische Staatsangehörige und eine männliche Person unbekannter Staatsangehörigkeit im Alter zwischen 25 und 54 Jahren aus der Baubranche wegen Verdachts des Vorenthaltens von Arbeitsentgelt und der Beihilfe. Sie werden verdächtigt, Scheinrechnungen von Scheinfirmen genutzt zu haben oder für sie erstellt zu haben, um Sozialversicherungsbeiträge zu hinterziehen. Nach derzeitigem Ermittlungsstand sei den Sozialkassen ein Schaden in Höhe von mindestens 1,3 Millionen Euro entstanden.
Neben Wohnanschriften und Unternehmen der Beschuldigten seien bei dem Einsatz auch Auftraggeber- und sogenannte Servicefirmen, die in das Betrugsmodell involviert sein sollen, durchsucht worden. Im Zuge der Maßnahmen habe der Zoll Geschäftsunterlagen, Datenträger und Mobiltelefone sichergestellt, die im Verlauf der noch andauernden Ermittlungen ausgewertet werden. Außerdem seien erste Zeugen verhört worden. Gegen einen Beschuldigten sei ein Haftbefehl des Amtsgerichts Landshut vollzogen. Ein Beschuldigter befinde sich in Untersuchungshaft. Im Rahmen des Großeinsatzes sollen die Zollbeamten zudem gefälschte Ausweispapiere und verbotene Gegenstände sichergestellt haben. Darüber hinaus hätten sie mehrere Arbeitnehmer ohne gültigen Aufenthaltstitel angetroffen.
Ob es auch Durchsuchungen in Ostbayern gab, bestätigte das Hautpzollamt Landshut auf Nachfrage unserer Mediengruppe am Mittwochnachmittag nicht.











