Umweltkriminalität
Illegale Müllexporte nach Tschechien: Prozess startet

Armin Weigel/dpa
In einem Prozess vor dem Landgericht Weiden geht es um illegale Müllexporte ins Ausland. (Archivbild)
Zahlreiche illegale Müllexporte ins Ausland beschäftigen in den kommenden Monaten das Landgericht Weiden in der Oberpfalz. Am Donnerstag (11. Juni) beginnt ein Strafprozess gegen den Chef einer Entsorgungsfirma sowie einen tschechischen Mitarbeiter. Der Anklage zufolge sollen über das Unternehmen seit 2024 immer wieder Abfälle über die deutschen Grenzen nach Tschechien und Polen verbracht worden sein, die teils auch als gefährlich eingestuft wurden.
Der 43 Jahre alte Angeklagte war der Anklage zufolge Geschäftsführer der Oberpfälzer Firma mit Sitz in Weiden sowie einer Betriebsstätte im Landkreis Schwandorf. Der 57-Jährige soll der Staatsanwaltschaft zufolge für eine tschechische Niederlassung des Unternehmens gearbeitet und die Transporte organisiert haben. Beide hätten beharrlich und gewinnsüchtig gehandelt, so die Ermittler.

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Die bayerischen Behörden mussten an die 300 Tonnen Müll aus Tschechien zurückholen lassen. (Archivlbild)
Insgesamt werden den Männern 41 Fälle gemeinschaftlicher Verbringung von Abfällen nach Tschechien vorgeworfen, zwei davon mit als gefährlich eingestuftem Müll.
Gegen den 43-Jährigen gibt es weitere Vorwürfe etwa wegen Urkundenfälschung und gefährlicher Körperverletzung. Sie stehen unter anderem im Zusammenhang mit einer Recycling-Anlage für Batterien, die der Anklage zufolge undicht gewesen sein soll. Der 43-Jährige habe die Anlage nicht abgeschaltet und dadurch in Kauf genommen, dass seine Mitarbeiter gesundheitsgefährdende Stoffe einatmeten, so die Anklagebehörde.
Nach Protesten in Tschechien ließen die bayerischen Behörden mittlerweile rund 300 Tonnen Müll aus dem Nachbarland zurückholen, darunter glas- beziehungsweise carbonfaserverstärkter Kunststoff (GfK/CfK) und Teile von Lithium-Ionen-Batterien.











