Prozesse

Freundin betäubt und vergewaltigt? - Mordversuch angeklagt

Vor dem Landgericht München I beginnt der Prozess, der an den Fall Gisèle Pelicot erinnert (Archivbild).

Vor dem Landgericht München I beginnt der Prozess, der an den Fall Gisèle Pelicot erinnert (Archivbild).

Von dpa

Er soll seine Freundin betäubt, vergewaltigt und dabei gefilmt haben. Dass sie wegen der verabreichten Medikamente nicht starb, ist aus Sicht der Staatsanwaltschaft reiner Zufall.

Vor dem Landgericht München I geht es an diesem Montag um diese schockierenden Vorwürfe. Ein heute 27-Jähriger aus München ist unter anderem wegen versuchten Mordes in sieben Fällen angeklagt, wegen gefährlicher Körperverletzung, besonders schwerer Vergewaltigung und versuchter Vergewaltigung mit Todesfolge.

Der in China geborene Student soll sich dabei gefilmt haben, wie er seine sedierte Nachbarin und Freundin missbrauchte. Die Betäubungsmittel bestellte er den Ermittlungen zufolge unter anderem über den Messenger-Dienst Telegram. Die Taten erstreckten sich laut Staatsanwaltschaft über mehrere Monate im Jahr 2024. Weil der Mann in Kauf genommen haben soll, dass die betäubte Frau sterben konnte, lauten die Vorwürfe auch auf versuchten Mord.

Außerdem soll er sich im Internet mit Männern, die ähnliche sexuelle Fantasien über derartige Verbrechen an Frauen teilten, ausgetauscht haben. Ihnen soll er auch Bilder von den Taten geschickt haben - er sendete sie laut den Ermittlern an eine gemeinsame Chat-Gruppe. Gegen mindestens einen weiteren Beschuldigten wird ermittelt, wie viele weitere Tatverdächtige es gibt, teilt die Staatsanwaltschaft München I auf Anfrage nicht mit. Sie gibt auch nicht bekannt, wie die Taten entdeckt wurden.

Der Fall erinnert an die Französin Gisèle Pelicot, die von ihrem damaligen Ehemann über knapp zehn Jahre immer wieder mit Medikamenten betäubt, missbraucht und Dutzenden Fremden zur Vergewaltigung angeboten worden war. Ihr Ex-Mann wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt. 50 zumeist wegen schwerer Vergewaltigung mitangeklagte Männer verurteilte das Gericht zu Haftstrafen zwischen 3 und 15 Jahren.

18 Verhandlungstage hat das Landgericht für die Verhandlung über den Münchner Fall angesetzt, das Urteil könnte Ende März fallen.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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