Klimawandel

Forscher erwarten weitere Felsstürze an der Zugspitze

An der Zugspitze gab es einen großen Felssturz. (Archivbild)

An der Zugspitze gab es einen großen Felssturz. (Archivbild)

Von dpa

Nach dem Felssturz an Deutschlands höchstem Berg erwarten Forscher weitere Abbrüche an der Zugspitze. „Gerade kleinere Abstürze von wenigen Kubikmetern bis wenige Zehntausend Kubikmeter werden definitiv mehr“, betonte der Experte für Hangbewegungen von der Technischen Universität München, Johannes Leinauer. „Ob ein ganz großer Sturz zu erwarten ist, und wenn wann, kann man pauschal nicht beantworten.“

Deshalb wollen die Fachleute die Nordwand der 2.962 Meter hohen Zugspitze, wo Anfang vergangener Woche ein größerer Felsabbruch eine markante Staubwolke aufgewirbelt hatte, nun regelmäßig auf Hangbewegungen beobachten. Dafür möchten sie einen Laserscanner anschaffen, der die Wand aus einer Entfernung von vier Kilometern regelmäßig abscannen soll, um Veränderungen sichtbar zu machen.

Die Staubwolke war weithin zu sehen. (Archivbild)

Die Staubwolke war weithin zu sehen. (Archivbild)

„So ein Absturz passiert in der Regel nicht ohne jegliche Vorwarnung“, erläuterte Leinauer. Üblicherweise lockere sich der Bereich schon vorher, bewege sich sichtbar aus der Wand heraus, wobei sich bereits kleinere Blöcke lösen und abstürzen.

Felssturz in dieser Größenordnung „schon größeres Event“

Vergangenen Dienstag hatte ein Felssturz auf der Tiroler Seite in unzugänglichem Gebiet für viel Aufsehen gesorgt. Nach Erkenntnissen der Fachleute wurde der Hauptabbruch um kurz vor 7.00 Uhr von zahlreichen kleineren Abbrüchen davor und danach begleitet. Selbst jetzt noch bröselt beständig etwas nach.

In Summe hatte der Felssturz ein Gesamtvolumen von rund 13.800 Kubikmetern. Laut Leinauer ist das „schon ein größeres Event“, das aber in dieser Größenordnung an der Zugspitze dennoch alle paar Jahre vorkomme.

Der Abbruch ging von einer etwa 100 mal 40 Meter großen Fläche in 80 Grad steilem Gelände auf etwa 2800 Metern Höhe aus. „Das ist genau der Bereich, in dem wir warmen Permafrost erwarten“, betonte Leinauer. Bei Permafrost handelt es sich um dauerhaft gefrorene Böden, die wie eine Art Kleber die Berge zusammenhalten.

Auftauender Permafrost lässt Berge bröseln

Doch aufgrund der im Zuge des Klimawandels steigenden Temperaturen taut der Permafrost zunehmend auf. In einem Forschungsstollen, der auf gleicher Höhe ganz in der Nähe der aktuellen Ausbruchsstelle liegt, haben die Forscherinnen und Forscher 15 Meter im Felsinneren seit 2007 eine Erwärmung des Permafrosts von -1,2 auf -0,7 Grad gemessen.

Die Entwicklung wird durch extrem heiße Sommer wie den zurückliegenden befeuert. „Die Hitze überträgt sich nur langsam ins Felsinnere. Da haben wir einen Versatz von drei Monaten zur Außentemperatur“, schilderte Leinauer. Deshalb sind die Fachleute jetzt auch so wachsam: „Die maximale Aufwärmung des Permafrosts erwarten wir erst in den kommenden Monaten.“

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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