„Nicht zu stark jammern“
Bayerns Handwerk schrumpft leicht

Leonie Asendorpf/dpa
Ein Schreiner auf der Internationalen Handwerksmesse in München 2025. Viele Handwerksbetriebe in Bayern haben trotz real sinkender Umsätze 2025 mehr Azubis eingestellt. (Archiv)
Bayerns Handwerker haben 2025 im Durchschnitt das fünfte Jahr in Folge schlechte Geschäfte gemacht. Doch das hat der Mehrheit der Betriebe die Laune nicht verdorben, wie aus der neuen Konjunkturumfrage des bayerischen Handwerkstags hervorgeht. Inflationsbereinigt sind die Umsätze der Handwerker im Freistaat um geschätzt 2,1 Prozent auf knapp 152 Milliarden Euro zurückgegangen. Die Zahl der Mitarbeiter ist hochgerechnet um 1,3 Prozent auf 956.000 gesunken, wie Handwerkspräsident Franz Xaver Peteranderl in München sagte. Dennoch erklärten 80 Prozent der Betriebe in der Konjunkturumfrage des Handwerkstags, ihre Lage sei unter den momentanen wirtschaftlichen Bedingungen gut oder zumindest zufriedenstellend.
„Wir wollen nicht zu stark jammern“, sagte Peteranderl. In der längerfristigen Betrachtung allerdings wären die Umfrageergebnisse mutmaßlich weniger rosig: Im Vergleich zur Situation vor der Corona-Pandemie wäre die Antwort vieler Betriebe: „eine Katastrophe“, wie der Handwerkspräsident sagte.
Dennoch stellten viele Betriebe mehr Mitarbeiter ein, wenn sie könnten: So sind bei den Arbeitsagenturen 30.000 offene Stellen gemeldet, 13.000 davon können demnach derzeit mangels fehlender Fachkräfte nicht besetzt werden. Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe ist dementsprechend nach wie vor hoch: Bis Ende 2025 hatten die Handwerker gut 29.000 neue Azubis eingestellt, 1,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Das sagte Hauptgeschäftsführer Frank Hüpers.
Allerdings wird die Gesamtbeschäftigung im Handwerk nach Erwartung des Handwerkstags voraussichtlich erneut um etwa ein Prozent sinken. Ursache ist unter anderem der demografische Wandel, auch im Handwerk werden in den kommenden Jahren viele Mitarbeiter ausscheiden. Das gilt auch für die Meister und Inhaber: Bei 31.000 Handwerksbetrieben steht in den kommenden Jahren die Übergabe an die nächste Generation bevor. Zum Jahresbeginn herrscht in der Branche jedoch zumindest leichter Optimismus: Drei Viertel der Handwerksbetriebe erwarten bessere oder zumindest keine schlechteren Geschäfte.








