Kampf gegen Erderwärmung

Keine Folgen für Bayerns Klimaschutz nach Expertenkritik

Auf Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze, zeigt sich eindrucksvoll, wie die Erderwärmung auch Bayern verändert. Die Gletscher schmelzen in Rekordzeit. (Illustration)

Auf Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze, zeigt sich eindrucksvoll, wie die Erderwärmung auch Bayern verändert. Die Gletscher schmelzen in Rekordzeit. (Illustration)

Von dpa

Das desaströse Experten-Urteil über die unzureichende Klimaschutzpolitik des Bundes hat nach Ansicht von Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) keine Folgen für Bayern. „Mit über 50 Einzelmaßnahmen und vier zentralen Langfriststrategien sind wir gut aufgestellt“, sagte er auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in München. SPD und Grüne reagierten mit massiver Kritik auf die Aussagen.

Das bayerische Klimaschutzkonzept orientiert sich eng an dem des Bundes. Bayerns Kabinett hatte Ende April nach langem Hin und Her sogar die landeseigenen Klimaschutzziele deutlich ausgebremst und den Zeitplan des Bundes übernommen. Demnach soll erst 2045 Klimaneutralität erreicht werden, nicht schon 2040 wie zuvor geplant.

2025 veröffentlichte Bayern letztmals einen Klimabericht. Wer seither wissen will, wie die Umsetzung des Klimaschutzes in Bayern läuft, muss sich gedulden. Eine versprochene digitale Lösung ist noch nicht umgesetzt. (Archivbild)

2025 veröffentlichte Bayern letztmals einen Klimabericht. Wer seither wissen will, wie die Umsetzung des Klimaschutzes in Bayern läuft, muss sich gedulden. Eine versprochene digitale Lösung ist noch nicht umgesetzt. (Archivbild)

Bayern habe, so Glauber weiter, beim Ausstoß an Treibhausgasen je Einwohner gegenüber 1990 bereits eine Minderung von 39 Prozent erreicht. „Damit sind wir deutlich besser als der Bund: 2024 hatten wir Treibhausgas-Emissionen je Einwohner und Jahr in Bayern von rund 6,1 Tonnen. Der Freistaat liegt damit deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von rund 7,8 Tonnen.“

Nach Einschätzung eines wichtigen Beratergremiums reichen die Anstrengungen der Bundesregierung beim Klimaschutz nicht aus. Die Wirkung des jüngst von Umweltminister Carsten Schneider (SPD) vorgestellten Klimaschutzprogramms dürfte deutlich geringer ausfallen als von der Bundesregierung angenommen, urteilte der Expertenrat für Klimafragen in seinem neuesten Gutachten. Selbst wenn das Programm komplett umgesetzt würde, werde keines der Ziele für das Jahr 2040 erreicht.

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„Unser Ziel ist und bleibt ein klimaneutrales Bayern. Klimaschutz braucht konkrete Maßnahmen“, sagte Glauber. Bayerns Klimaschutzprogramm sei die Agenda der Staatsregierung auf dem Weg zu einem klimaneutralen Bayern.

SPD und Grüne kritisierten Glaubers Darstellung. Dieser trickse bei den Klimazahlen, sagte Florian von Brunn (SPD). „Die Staatsregierung hat sich nicht nur jahrzehntelang auf Atom- und Wasserkraft ausgeruht, sondern die Bevölkerung in Bayern ist auch viel stärker gewachsen als in Deutschland insgesamt — deshalb die niedrigeren Pro-Kopf-Werte.“ Tatsächlich habe der Freistaat mit minus 39 Prozent seit 1990 deutlich weniger reduziert als der Bund mit rund 50 Prozent. „Wie die Söder-Regierung ihr Ziel von minus 65 Prozent bis 2030 erreichen will, ist völlig offen.“ Eine Beschleunigung der Energiewende und bessere Klimaschutzmaßnahmen seien dringend notwendig.

„Die Staatsregierung hat bisher wenig erreicht beim Klimaschutz und jetzt werden die Klimaziele massiv abgeschwächt. Bis 2030 wird das Tempo gedrittelt und gleichzeitig spitzt sich die Klimakrise zu“, betonte Martin Stümpfig (Grüne). Ernsthafter Klimaschutz sehe ganz anders aus.

Inwiefern der Klimaschutz in Bayern im Plan liegt, ist derzeit für Außenstehende nicht wirklich nachzuvollziehen. Im Juli 2025 veröffentlichte die Staatsregierung letztmals einen Klimabericht, darin hieß es, dass Bayern seine damals noch geltenden Klimaziele wohl verpassen werde. Die Deutsche Umwelthilfe hat deshalb Klage gegen Bayern eingereicht und fordert eine verbindliche Umsetzung. Künftig soll ein digitales Dashboard entsprechende Informationen liefern. Ab wann und wie detailliert ist aber unklar.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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