Nach Brenner-Sperre

Alpenpass wieder frei - Wo sind die Urlauber?

Tausende demonstrierten gegen die Umweltbelastungen durch den Transitverkehr

Tausende demonstrierten gegen die Umweltbelastungen durch den Transitverkehr

Von dpa

Einen Tag nach dem Ende der Brenner-Sperre rechnet der österreichische Autofahrerclub ÖAMTC mit starkem Verkehr rund um den Alpenpass. Auch das Land Tirol wies darauf hin, dass der wieder einsetzende Transitverkehr heute zu Problemen auf der meistbefahrenen Nord-Süd-Verbindung der Alpen führen könne.

Die achtstündige Sperre des gesamten Brennerkorridors war am Samstag ohne das befürchtete Verkehrs-Chaos verlaufen. Viele Autofahrer hätten sich offenkundig an den dringenden Rat gehalten, an diesem Tag nicht nach Tirol und weiter nach Italien zu fahren, stellte die Polizei fest. An der gesperrten Transitstrecke seien nur 219 Lastwagen zurückgewiesen worden.

Anlass der Sperre war eine Demonstration gegen Umweltschäden und andere Zumutungen durch den Transitverkehr. Rund 5.000 Menschen protestierten direkt auf der Autobahn gegen Lärm, Feinstaub und tägliche Belastungen durch die vielen Staus.

Menschen reisten mit Bahn und Fahrrädern zu dem Protest an.
Menschen reisten mit Bahn und Fahrrädern zu dem Protest an.
Menschen reisten mit Bahn und Fahrrädern zu dem Protest an.
Bei der Demonstration wurde auch Kritik an Deutschland geäußert.
Bei der Demonstration wurde auch Kritik an Deutschland geäußert.
Bei der Demonstration wurde auch Kritik an Deutschland geäußert.
Die Warnungen vor einem Verkehrschaos haben offenbar gewirkt - nur wenige Autos fuhren am Samstag auf der A8 in Richtung Österreich.
Die Warnungen vor einem Verkehrschaos haben offenbar gewirkt - nur wenige Autos fuhren am Samstag auf der A8 in Richtung Österreich.
Die Warnungen vor einem Verkehrschaos haben offenbar gewirkt - nur wenige Autos fuhren am Samstag auf der A8 in Richtung Österreich.
Die Sperre des Brenner-Korridors löste nicht das befürchtete Verkehrschaos aus.
Die Sperre des Brenner-Korridors löste nicht das befürchtete Verkehrschaos aus.
Die Sperre des Brenner-Korridors löste nicht das befürchtete Verkehrschaos aus.
Die Benutzung der Brenner-Autobahn war für acht Stunden nicht erlaubt.
Die Benutzung der Brenner-Autobahn war für acht Stunden nicht erlaubt.
Die Benutzung der Brenner-Autobahn war für acht Stunden nicht erlaubt.
Ungewohnte Szenerie am Brenner: Café-Gäste konnten stressfrei auf der anderen Straßenseite bedient werden.
Ungewohnte Szenerie am Brenner: Café-Gäste konnten stressfrei auf der anderen Straßenseite bedient werden.
Ungewohnte Szenerie am Brenner: Café-Gäste konnten stressfrei auf der anderen Straßenseite bedient werden.
Der autofreie Tag am Brenner machte vielen Radfahrern besonders gute Laune.
Der autofreie Tag am Brenner machte vielen Radfahrern besonders gute Laune.
Der autofreie Tag am Brenner machte vielen Radfahrern besonders gute Laune.

Fast 11 Millionen Autos und rund 2,5 Millionen Lastwagen benutzten 2025 laut Autobahnbetreiber Asfinag die mautpflichtige Autobahn. Nach Berechnungen des Ökologie- und Verkehrsverbands VCÖ fuhren vergangenes Jahr fast dreimal so viele Lkw über den Brenner wie über alle Alpen-Transitstrecken der Schweiz.

Die Sperre bescherte den 15.000 Bewohnern des Wipptales eine ungewohnte Ruhe. Viele Menschen genossen die unbedrängten Stunden ohne Staus.

Österreichs Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) verwies in einer Stellungnahme nach Ende der Demonstration darauf, dass in den kommenden Jahren rund 150 Millionen Euro in den Lärmschutz entlang des Brennerkorridors investiert würden. Zugleich bleibe der Verkehr am Brenner eine europäische Herausforderung, die langfristig nur im Dialog mit den Nachbarstaaten Deutschland und Italien gelöst werden könne, betonte der Minister.

Tirols Ministerpräsident Anton Mattle (ÖVP) wandte sich an die Regierungen in Italien und Deutschland sowie die EU, die eine internationale Lösung des Problems sicherstellen sollten. „Berlin, Rom und Brüssel müssen einsehen, dass der Brennerkorridor nicht einfach nur ein Verkehrsweg, sondern ein wichtiger Lebensraum ist.“ Mattle forderte eine Korridormaut, ein intelligentes Verkehrsmanagementsystem und die Verlagerung auf die Schiene.

Wie es beim Transit weitergeht, wird auch vor Gericht entschieden. Italiens Regierung strebt eine Aufweichung der Tiroler Anti-Transit-Maßnahmen wie Nacht- und Wochenendfahrverbote für Lastwagen an sowie eine dosierte Abfertigung in Blöcken. Italien hat vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) geklagt, weil Umweltargumente den Waren- und Personenverkehr über die Alpenroute nicht unverhältnismäßig einschränken dürften. Am 16. Juli könnte mit dem Schlussantrag des EuGH-Generalanwalts Campos Sánchez-Bordona eine Vorentscheidung fallen. Ein Urteil wird im Herbst oder Anfang 2027 erwartet.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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