OB-Wahl 2026
Diese zehn Kandidaten wollen Landshuts neuer Oberbürgermeister werden

Christine Vinçon
Wer wird Nachfolger von Oberbürgermeister Alexander Putz? Am 8. März wählt Landshut sein neues Stadtoberhaupt.
Die Stadt Landshut wird nach der Oberbürgermeister- und Kommunalwahl am 8. März 2026 ein neues Stadtoberhaupt bekommen. Alexander Putz (CSU) hatte bereits im Juni 2022 verkündet, dass er auf eine dritte Amtszeit verzichtet. Seit Frühjahr 2025 bringen sich mögliche Nachfolger in Stellung. Einige sind bekannte Gesichter aus der Stadtpolitik, doch auch Neulinge wollen mitmischen.
Traten zur OB-Wahl 2020 noch sieben Kandidaten gegeneinander an, war das Feld für die Wahl 2026 zwischenzeitlich auf den wohl bayernweiten Bewerberrekord von zwölf Kandidaten angewachsen. Zusammengeschrumpft ist das Bewerberfeld mittlerweile auf zehn: Für die OB- und Stadtratswahl mussten (laut Wahlgesetz) alle „neuen“ Kandidaten und Listen bis zum 19. Januar 340 Unterstützerunterschriften sammeln. Während Stadtrat Norbert Hoffmann („Zukunft Landshut“, früher FDP) und der freie Kandidat Olaf Minet das Soll erfüllen konnten, war diese Hürde für Stadtrat Stefan Müller-Kroehling („Listenbündnis Landshut lebenswert erhalten“, früher ÖDP) und den freien Kandidaten Roland Biswurm zu hoch.
Dass zweiter Bürgermeister Thomas Haslinger für die CSU antreten wird, war ebenso wenig überraschend wie die Kandidaturen des Grünen-Stadtrats Christoph Rabl und der SPD-Stadträtin Patricia Steinberger. Die LZ-Umfrage „Landshut-Trend“ zur OB- und Stadtratswahl sah im vergangenen November bei 41 Prozent Unentschlossenen Thomas Haslinger mit rund 24 Prozent auf Platz eins, dahinter rangierten Patricia Steinberger (rund elf Prozent) und Christoph Rabl (neun Prozent). Der Rest: weit abgeschlagen.
Thomas Haslinger ist in der Stadtpolitik etabliert und verfügt über eine starke Basis in der CSU. Als Oberbürgermeister will er die Rolle Landshuts als Oberzentrum und Bezirkshauptstadt weiter stärken, eine solide Haushaltspolitik verfolgen und Schwerpunkte unter anderem bei Wirtschaft, Familie, Bildung, Infrastruktur, Sicherheit, Wohnraum und Gesundheitsversorgung setzen.
Patricia Steinberger (SPD) ist seit 2019 Stadträtin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Inhaltlich setzt sie auf bezahlbares Wohnen, eine starke lokale Wirtschaft mit Fokus auf Handwerk sowie kleine und mittlere Betriebe, sichere Verkehrswege, die Stärkung des Ehrenamts und eine transparente Kommunalpolitik.
Christoph Rabl (Grüne) ist seit 2020 Stadtrat und Sprecher des Arbeitskreises Stadtentwicklung. Auch er will die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Stadt Landshut steigern. Wichtig sind Rabl zudem eine ökologische Stadtentwicklung und inklusiver Lebensraum für alle Landshuter. Kultur, Ehrenamt sowie die soziale Infrastruktur, von der Kinderkrippe über Schulen bis zum Seniorenheim, sollen nachhaltig gestärkt werden.
Für die AfD tritt Günter Straßberger an. Er ist seit 2020 Stadtrat und Fraktionsvorsitzender. Als OB-Kandidat sind seine Schwerpunkte unter anderem die Sanierung städtischen Eigentums und der Infrastruktur, die Förderung von Gewerbeansiedlungen, der Abbau von Leerständen und eine bürgernähere Verwaltung.
An amtierenden Stadträten kommen noch Jürgen Wachter (FDP) sowie Norbert Hoffmann mit der neugegründeten Wählervereinigung „Zukunft Landshut“ hinzu. Jürgen Wachter ist seit Langem im Kreisvorstand der FDP tätig, derzeit stellvertretender Kreisvorsitzender und Mitglied mehrerer Stadtratsausschüsse. Er fokussiert sich auf eine neue Willkommenskultur für Unternehmen und Investoren, um die Wirtschaft zu fördern, Digitalisierung und Innenstadtentwicklung mit einem gesunden Mix aus Einzelhandel, Gastronomie, Dienstleistung und Wohnen.
Norbert Hoffmann („Zukunft Landshut“, ZL) will durch einen vermittelnde Rolle im Stadtrat den Zusammenhalt der Stadtgesellschaft fördern. Inhaltlich legt er deshalb seinen Schwerpunkt auf die Stärkung der wirtschaftlichen Basis der Stadt und eine vorausschauende Stadtentwicklung, die die Vielfalt der einzelnen Stadtquartiere berücksichtigt.
Vier Kandidaten ohne Stadtratserfahung
Als erster Nicht-Stadtrat meldete im Frühling 2025 der politische Neuling Olaf Minet Rathaus-Ambitionen an. Der freie OB-Kandidat wird ohne eigene Liste antreten. Er ist Unternehmer und setzt auf Bürgerbeteiligung, offenen Dialog und Kompromisse. Minet will sich mit kreativen Ideen und Nutzungskonzepten für brachliegende Flächen für eine höhere Lebensqualität in Landshut einsetzen. Weitere Kernthemen sind ein Mobilitätskonzept, das für alle gemeinsam gedacht werden soll, Klimaanpassungen und Digitalisierung. Zudem soll die Arbeit der Stadtverwaltung für die Landshuter sichtbarer gemacht werden.
Wie Minet sitzen auch die Kandidaten der ÖDP, Heiko Helmbrecht, der Linken, Gabriella Lando, und der Freien Wähler, Petra Strasser, nicht im Stadtrat. Heiko Helmbrecht ist Vorsitzender der ÖDP in Stadt und Kreis. Sein Ziel ist es, Landshut als Gemeinwohl-Stadt zu gestalten. Inhaltlich setzt Helmbrecht auf eine ökologische, soziale und demokratische Erneuerung der Stadt, mit Schwerpunkten auf Innenentwicklung statt Neubau, Bürgerbeteiligung, Klimaschutzmaßnahmen, Digitalisierung und innovative Mobilitätslösungen.
Gabriella Lando (Linke) ist Friseurmeisterin und Studentin der Sozialen Arbeit. Sie engagiert sich für soziale Gerechtigkeit, bezahlbaren Wohnraum, Gleichstellung, kulturelle Teilhabe und eine Stadtentwicklung, die sich an den Lebensrealitäten der Menschen orientiert.
Petra Strasser (Freie Wähler) leitet seit 25 Jahren einen Familienbetrieb. Ihre Entscheidung, als Oberbürgermeisterkandidatin ins Rampenlicht zu treten, begründet sie vor allem aus einer ökonomischen Sicht: Sie sehe, dass Landshut wirtschaftlichen Aufschwung braucht. Dafür möchte Strasser bessere Rahmenbedingungen für Unternehmen, Handwerk und Selbstständige schaffen, unter anderem durch Bürokratieabbau, Investitionen in die Infrastruktur sowie die Stärkung von Innovationen und Fachkräften.
Eine Stichwahl ist nicht unrealistisch
Angesichts des breiten Teilnehmerfeldes wird für die OB-Wahl 2026 eine Stichwahl erwartet, die am Sonntag, 22. März, stattfinden wird. Bei der Kommunalwahl 2020 kam Amtsinhaber Alexander Putz (CSU, 2020 noch bei der FDP) im ersten Wahldurchgang auf 45,5 Prozent, Grünen-Kandidatin Sigrid Hagl auf 22,6 Prozent, CSU-Kandidat Thomas Haslinger auf 17 Prozent. Dahinter reihte sich unter anderem Patricia Steinberger (SPD) mit 6,1 Prozent der Stimmen ein.
In der Stichwahl setzte sich Alexander Putz schließlich mit 70,4 Prozent gegen Sigrid Hagl mit 29,6 Prozent durch.
Information zum Wahl-Spezial
Aktuelle Themen und Berichte rund um die Kommunalwahl 2026 in Landshut sowie eine Übersicht über alle Stadtratslisten sind zudem online auf www.idowa.de/wahl-landshut abrufbar.
Die Kommunalwahl in Landshut
Bis zum 8. März werden in Landshut ein neuer Oberbürgermeister und ein neuer Stadtrat gewählt.
Wer steht zur Wahl? Hier finden Sie alle Oberbürgermeister-Kandidaten in Landshut und hier alle Kandidaten für den Stadtrat im Überblick.
Was wird wichtig? Hier haben wir Ihnen einen Überblick zu wichtigen Themen und Projekten zusammengestellt, die die Wahl besonders prägen werden.
Alles zur Wahl: Unsere Artikel zur Wahl in Landshut finden Sie auf der Überblicksseite Wahl 2026 in Landshut und für ganz Bayern auf idowa.de/wahl































