Mehr Kaufkraft

Reallöhne in Deutschland weiter gestiegen

Seit mehreren Quartalen steigen die Löhne in Deutschland schneller als die Inflation. Das ist gut für die Kaufkraft der Menschen. (Symbolbild)

Seit mehreren Quartalen steigen die Löhne in Deutschland schneller als die Inflation. Das ist gut für die Kaufkraft der Menschen. (Symbolbild)

Von dpa

Die Löhne in Deutschland steigen weiterhin schneller als die Verbraucherpreise. 1,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor hatten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im zweiten Quartal 2026 zur Verfügung, wie das Statistische Bundesamt errechnet hat. Im ersten Quartal waren die Reallöhne um 1,8 Prozent gestiegen. Den letzten Reallohnverlust registrierten die Wiesbadener Statistiker im ersten Vierteljahr 2023.

„Wenn die Reallöhne wachsen, ist das eine gute Nachricht - für die Beschäftigten, aber auch für die Konjunktur“, stellte Malte Lübker vom WSI-Tarifarchiv der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung fest. „Der Vergleich mit dem Vorjahresquartal blendet jedoch aus, dass die Kaufkraft der Beschäftigten zuvor, aufgrund der hohen Inflation, herbe Einbußen erlitten hat.“ Verglichen mit dem zweiten Quartal 2019 - dem Stand vor den diversen Krisen - legten die Reallöhne gerade einmal um 0,6 Prozent zu.

Im Zeitraum April bis Juni des laufenden Jahres stand nach Angaben des Statistischen Bundesamtes einer nominalen Lohnsteigerung um 4,1 Prozent ein Anstieg der Verbraucherpreise um 2,5 Prozent gegenüber.

Geringverdiener profitieren von höherem Mindestlohn

Einen überdurchschnittlichen Anstieg der Nominallöhne gab es im zweiten Quartal demnach in Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei (plus 8,9 Prozent), Energieversorgung (plus 7,6 Prozent) und in der Finanz- und Versicherungsbranche (plus 7,5 Prozent). Unterdurchschnittlich fiel die Lohnsteigerung in den Bereichen Kunst und Unterhaltung (plus 3,4 Prozent), Erziehung und Unterricht (plus 2,4 Prozent) sowie bei freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (plus 1,8 Prozent) aus.

Die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf 13,90 Euro pro Stunde zu Jahresbeginn kommt vor allem Geringverdienern zugute. Das unterste Fünftel der Vollzeitbeschäftigten verzeichnete nach Berechnungen des Bundesamtes die stärksten Verdienststeigerungen mit durchschnittlich 6,7 Prozent. Das oberste Fünftel kam auf einen Nominallohnanstieg von 3,3 Prozent. Auszubildende hatten im zweiten Quartal nominal 6,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, geringfügig Beschäftigte verdienten 4,7 Prozent mehr.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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