Hohe Zinsen und Spritmangel

Ökonomen: Russlands Wirtschaft in der Krise

Kraftstoffengpässe schaden der russischen Wirtschaft.

Kraftstoffengpässe schaden der russischen Wirtschaft.

Von dpa

Die russische Wirtschaft steckt aus Sicht von Ökonomen wegen hoher Zinsen, ukrainischer Angriffe und Internetsperren in einer Krise. Laut der jüngsten Prognose des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) stagniert das Wirtschaftswachstum dieses Jahr bei 0,6 Prozent - nach jeweils 4,9 Prozent und 1 Prozent in den Jahren 2024 und 2025.

Schuld an der aktuellen Lage sei vor allem die zu restriktive Geldpolitik der Notenbank in Moskau, „die die Wirtschaft abwürgt“, weil sie Kredite zu teuer mache, sagte wiiw-Russlandexperte Vasily Astrov. Die Investitionstätigkeit brach demnach im ersten Quartal um 14 Prozent ein.

Auch die ukrainischen Attacken auf russische Energieanlagen und die daraus entstandenen Probleme mit der Kraftstoffversorgung schadeten der Wirtschaft, meinte Astrov. Internetsperren sorgten für zusätzliche Probleme in der stark digitalisierten Wirtschaft, hieß es.

Dennoch bleibt Moskau aus Sicht des wiiw weiter in der Lage, den Angriffskrieg gegen die Ukraine fortzusetzen und zu finanzieren. Nächstes Jahr rechnet das Institut mit einem Wachstum von 1,3 Prozent.

Für das Bruttoinlandsprodukt der Ukraine prognostizieren die Fachleute einen Anstieg von 1 Prozent in diesem Jahr und 2,5 Prozent im nächsten Jahr. Die Ukraine leide nicht nur unter den Angriffen auf seine Energieanlagen, sondern auch unter den Auswirkungen des Iran-Kriegs, hieß es. Das Land sei von Treibstoff- und Düngerimporten abhängig, die durch die Blockade der Meeresenge von Hormus teurer geworden seien. Der im April bewilligte EU-Kredit von mehr als 90 Milliarden Euro stabilisiere aber die ukrainische Wirtschaft, so das wiiw.

Insgesamt prognostiziert das Institut ein robustes Wachstum in Mittel-, Ost- und Südosteuropa - trotz des Iran-Konflikts. Der Trend werde vom privaten Konsum, von EU-Geldern und von Investitionen in die Rüstungsindustrie angetrieben. Gleichzeitig kämpfe die mit Deutschland verflochtene Industrie der Region aber nach wie vor mit der deutschen Industrie-Krise, hieß es.

In den elf östlichen EU-Ländern erwartet das wiiw ein Wachstum von 2,2 Prozent (2026) und 2,4 Prozent (2027) - deutlich stärker als die erwarteten Werte der Eurozone.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

Themen des Artikels folgen

Alle Artikel zu gefolgten Themen und Autoren finden Sie bei mein idowa

Finden, was Sie suchen: Sie können sich Artikel von idowa in der Google-Suche nun bevorzugt anzeigen lassen. Mehr Informationen zur kostenlosen Google-Funktion finden Sie auf unserer Infoseite.

Keine Kommentare


Neueste zuerst Älteste zuerst Beliebteste zuerst
alle Leser-Kommentare anzeigen
Leser-Kommentare ausblenden

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert.