Trotzdem bessere Zahlen
Jobabbau bei ams Osram auch in Regensburg

Peter Kneffel/dpa
Viele Autofahrer kennen ams Osram vor allem wegen der vom Konzern hergestellten Autolampen, die aus dem Osram-Erbe des deutsch-österreichischen Konzerns stammen. (Archivbild)
Der deutsch-österreichische Lichtkonzern ams Osram will weltweit Jobs abbauen. Mehrere hundert fallen an Standorten in Deutschland weg, wie das Unternehmen mitteilte. Insgesamt geht es um 2.000 Stellen, je etwa 1.000 in Europa und Asien - ein Teil der Maßnahmen ist allerdings bereits bekannt. Parallel dazu legte ams Osram am Morgen Zahlen vor, die einen klaren Aufwärtstrend zeigen: Der Verlust sinkt.
Schwerpunkt des Jobabbaus in Europa ist Deutschland. Hier fällt im Halbleitergeschäft in Regensburg eine niedrige bis mittlere dreistellige Zahl an Jobs weg, wie ams-Osram-Chef Aldo Kamper sagte. Es gehe vor allem um etablierte Produkte, die auch von asiatischen Wettbewerbern angeboten würden. Deren Produktion wird aus Kostengründen nach Asien verlagert. Dadurch entstehe in Regensburg aber Platz für hochautomatisierte Fertigungen.
Laut Betriebsrat sind viele Mitarbeiter wütend und verunsichert
Die IG Metall Regensburg kritisiert diese Pläne. Olga Redda, zweite Bevollmächtigte der IG Metall Regensburg und Mitglied des Aufsichtsrats wirft dem Management Fehler vor. „Statt eine klare Strategie zu entwickeln, Schulden abzubauen, Aufträge an den Standort zu holen und gute Produkte verlässlich in die Serienproduktion zu bringen, wird bei den Menschen gespart“, wird Redda in einer Mitteilung der IG Metall zitiert. Dass nun sowohl die Entwicklung als auch die Produktion massiv betroffen seien, sei brandgefährlich für den gesamten Standort.
Auch der Betriebsrat sieht die Lage laut Mitteilung mit großer Sorge. Viele Mitarbeiter seien wütend und verunsichert, weil sie das Gefühl hätten, dass ihre Leistung nichts mehr zähle, sagt die Betriebsratsvorsitzende Irene Weininger. Gleichzeitig würden Restrukturierung, Verlagerung und Kostensenkungsprogramme parallel laufen, ohne dass jemand ein klares Zukunftsbild für Regensburg benennt. Das sei ein großer Fehler.
Geschäft mit Halogenlampen für Autos schrumpft
Das Unternehmen wird außerdem Jobs im Lampengeschäft gestrichen. Hier geht es vor allem um die Standorte Herbrechtingen in Baden-Württemberg und Schwabmünchen bei Augsburg. Die Schließung in Schwabmünchen ist bereits seit einiger Zeit bekannt, ams Osram rechnet sie in den aktuellen Zahlen allerdings mit. Die IG Metall hatte zuletzt den Abbau dort mit 270 Jobs beziffert. Das Geschäft mit klassischen Halogenlampen für Autos schrumpft langsam, weil die Produkte sukzessiv von LEDs verdrängt werden. Kamper betonte aber, dass es noch viele Jahre weitergehen werde.
Gut 1.000 Jobs sollen außerdem an den asiatischen Standorten wegfallen. Derzeit hat ams Osram weltweit gut 19.000 Mitarbeiter, 7.500 davon in Europa und 10.700 in Asien. Den Jobabbau nannte Kamper einen wichtigen, aber schmerzhaften Schritt, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.
Finanziell verbessert sich die Situation von ams Osram, wie die ebenfalls vorgelegten Geschäftszahlen zeigen. Im abgelaufenen Jahr hat das Unternehmen nach Steuern 129 Millionen Euro Verlust gemacht - das ist ein Sechstel des Wertes aus dem Vorjahr. Vor allem im operativen Bereich lief es sehr viel besser. Der Konzern litt dabei allerdings noch immer unter hohen Schulden. Für einen Teil davon hat er vor wenigen Tagen durch den Verkauf eines Geschäftsteils an Infineon eine Lösung gefunden.











