Wunder mit Todesfolgen
Alarm im Revier: Die Gier nach Fotos kostete Rehe aus Bayerbach das Leben

Maximilian Perseitz
Eine Familie fotografierte am Samstag zwei schneeweiße Rehe. Bilder von dieser Begegnung sorgen nun für Wirbel.
Die schneeweißen Rehe nähe Bayerbach wecken seit dem vergangenen Wochenende großes Interesse – doch den Preis dafür zahlen vor allem ihre braunen Artgenossen. Revierinhaber Leonhard Beck schlägt Alarm: Die Jagd nach dem perfekten Foto der weißen Rehe stürzt sein gesamtes Revier ins Chaos. Allein diese Woche sind bereits zwei Rehe gestorben.
Dabei hatte Beck versucht, den genauen Standort der weißen Rehe geheim zu halten. Er weiß aus Erfahrung: Sobald Menschen von so einem Naturwunder erfahren, „werden sie direkt narrisch“. Andere Medien haben den genauen Ort der Sichtung veröffentlicht. „Das ist für Rehe und für die Kitze nicht gut“, sagt Beck. Seit diese Informationen kursieren, strömen Schaulustige in den Wald und marschieren abseits der Wege auf der Suche nach den „Geisterrehen“.
Diese Rücksichtslosigkeit der Menschen versetzt das gesamte Wild im Revier in Stress. Die Rehe verbrauchen lebenswichtige Reserven, die sie eigentlich für die Aufzucht ihrer Kitze benötigen, erklärt Beck. In ihrer Panik flüchten sie aus dem Wald – direkt vor die Autos auf den umliegenden Straßen. Für zwei Rehe endete diese Flucht in dieser Woche bereits mit dem Tod.



