Ifo-Index sinkt
Ifo: Iran-Krieg beendet vorerst Hoffnung auf Aufschwung

Hauke-Christian Dittrich/dpa
Der Krieg im Iran dämpft die Stimmung in der deutschen Wirtschaft (Symbolbild)
Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im März wegen des Iran-Kriegs deutlich verschlechtert. Das Ifo-Geschäftsklima fiel um 2,0 Punkte auf 86,4 Punkte, wie das Münchner Forschungsinstitut in München mitteilte. Der Rückgang fällt damit in etwa so aus, wie Analysten es erwartet hatten.
Die Unternehmen haben ihre aktuelle Geschäftslage zwar unverändert eingeschätzt. Die Erwartungen an die künftigen Geschäfte wurden dagegen deutlich schwächer bewertet. Sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungssektor und im Einzelhandel trübte sich die Stimmung ein. In der Baubranche sanken die Erwartungen sogar so stark wie seit dem Ukraine-Krieg März im 2022 nicht mehr.
„Der Krieg im Iran beendet vorerst die Hoffnung auf einen Aufschwung“, kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest das Ergebnis der monatlichen Umfrage unter 9.000 Unternehmen.
Der Rückgang des Ifo-Index komme angesichts der Eskalation am Golf mit dem scharfen Anstieg der Energiepreise nicht überraschend, schrieb Jens-Oliver Niklasch, Ökonom bei der Landesbank LBBW. „Die Fortsetzung des verhaltenen Aufschwungs in der deutschen Industrie ist damit erst einmal vom Tisch.“
Der Einbruch der Ifo-Geschäftserwartungen spiegle die berechtigten Sorgen der deutschen Unternehmen über den Nahost-Krieg wider, meint Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. „Wenn der Krieg und die Sperrung der Straße von Hormus noch ein, zwei Monate anhielten, wäre der wirtschaftliche Schaden für Deutschland deutlich spürbar.“
Mit dem Iran-Krieg sind die Öl- und Gaspreise deutlich gestiegen. Das schürt Sorgen, dass die Inflation anzieht und der erhoffte Aufschwung der deutschen Wirtschaft deutlich kleiner ausfällt. Ökonomen haben bereits ihre Prognosen gesenkt. Eigentlich sollte die deutsche Wirtschaft dank staatlicher Milliardenausgaben für Infrastruktur und Verteidigung dieses Jahr wieder um rund ein Prozent wachsen, nachdem sie 2025 mit einem Mini-Wachstum nur knapp am dritten Rezessionsjahr in Folge vorbeigeschrammt war.
„Die zarten Konjunkturhoffnungen der deutschen Wirtschaft verpuffen aufgrund der Krise im Nahen Osten immer mehr“, schrieb Christoph Swonke, Konjunkturanalyst der DZ Bank. Das Institut erwarte wegen des Iran-Kriegs 2026 nur noch ein Wachstum von 0,8 Prozent.








