Eishockey-WM
Verbesserte Eishockey-Cracks unglücklich gegen USA

Andreas Becker/KEYSTONE/dpa
Deutschland zeigte gegen Weltmeister USA eine deutliche Leistungssteigerung.
Vier Spiele, vier Niederlagen: Dennoch hat die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft weiter Chancen auf das WM-Viertelfinale. Beim 3:4 (1:1, 2:1, 0:1) nach Penaltyschießen in Zürich gegen Weltmeister USA holte das Team von Bundestrainer Harold Kreis immerhin den ersten Punkt bei der Weltmeisterschaft. Mit drei Erfolgen in den restlichen Gruppenspielen gegen Ungarn am Freitag (16.20 Uhr/ProSieben und MagentaSport), Österreich und Großbritannien ist die K.o.-Runde weiter drin.
Stürmer Daniel Fischbuch wird dabei wohl nicht mehr helfen können. Der Angreifer der Iserlohn Roosters musste mit Verdacht auf einen Handbruch frühzeitig vom Eis. Besonders bitter: Einen Sieg nach regulärer Spielzeit wurde durch den irregulären Ausgleich der USA durch Pittsburghs Tommy Novak (55.) verhindert. Bundestrainer Kreis verzichtete dabei erneut auf eine Überprüfung der Szene. So wurde das Spiel am Ende im Penaltyschießen entschieden, mit dem glücklicheren Ende für den Favoriten.
„Ich war drauf mit der Hand - klare Fehlentscheidung“, schimpfte Deutschlands Keeper Philipp Grubauer bei MagentaSport über die Szene des Spiels und legte in Richtung Kreis nach: „Dass wir das nicht mehr per Video haben anschauen können, hat mich auch gewundert bei so einem wichtigen Spiel und so einer wichtigen Entscheidung.“ Kreis hingegen meinte nach dem Spiel, keine Möglichkeit dazu gehabt zu haben: „Das ist keine Challenge.“
Moritz Seider (2. Minute), Frederik Tiffels (30.) und Marc Michaelis (33.) trafen gegen den Olympiasieger, der in der Schweiz zwar mit einer komplett anderen Auswahl antritt, trotzdem aber gegen die DEB-Auswahl favorisiert war, in regulärer Spielzeit.
Bei den US-Boys stand erstmals Olympiasieger Matthew Tkachuk von den Florida Panthers auf dem Eis. Zu einem Wiedersehen mit Deutschlands Superstar Leon Draisaitl kam es aufgrund der WM-Absage des Kölners aber nicht. Der 28 Jahre alte Tkachuk hatte sich bei Olympia 2026 mit Draisaitl auf dem Eis angelegt und den Deutschen bei der 1:5-Niederlage gegen die USA verhöhnt.
Nach dem WM-Gewinn 2025 und Olympia-Gold 2026 stehen neben Tkachuk allerdings keine echten Stars im US-Kader. Auf dem Eis war das durchaus sichtbar: Deutschland ging nach den drei Pleiten zum WM-Auftakt erstmals in Führung. Seider sorgte mit einem platzierten Schuss nach Zuspiel von Joshua Samanski und Frederik Tiffels für das frühe 1:0 nach nur 60 Sekunden.
Das Kreis-Team blieb weiter gefährlich. Stefan Loibl von den Straubing Tigers verpasste das 2:0 (10.). Dann lief alles wie gehabt: ein einmal mehr verschuldetes Gegentor. Münchens Fabio Wagner konnte nach einem Zuspiel die Scheibe vor dem eigenen Tor nicht klären, Draisaitls Oilers-Kollege Isaac Howard bedankte sich. Der 22-Jährige ließ dem wieder ins Tor zurückgekehrten NHL-Keeper Philipp Grubauer (Seattle Kraken) keine Abwehrchance (15.).
Der 34 Jahre alte Schlussmann stand auch zu Beginn des zweiten Drittels im Mittelpunkt. Die US-Amerikaner drückten und stocherten sich zum Ausgleich. Max Sasson von den Vancouver Canucks brachte am Ende den Puck glücklich über die Linie (26.).
Im Gegensatz zum Schweiz-Spiel, als Deutschland nach Rückschlag auseinanderbrach, zeigte die DEB-Auswahl eine gute Reaktion. Ein Treffer von Kai Wissmann wurde wegen vorherigen Abseits noch aberkannt (27.). Drei Minuten später sorgte Tiffels doch für den Ausgleich. Der Berliner traf an seinem 31. Geburtstag zum zweiten Mal im Turnier.
Deutschlands Offensive war nun endlich im Turnier angekommen und legte nach. Ein perfektes Zuspiel von Mannheims Alexander Ehl nutzte Teamkollege Michaelis mit seinem ersten Torschuss im Turnier für die erneute Führung (33.). Die Treffer gegen die US-Boys zeigten Wirkung: Das Kreis-Team zeigte deutlich selbstbewusster als in den drei vorherigen Begegnungen.
Eine unfassbare Szene brachte die USA aber wieder zurück. Beim erneuten Ausgleich von Novak (55.) hatte Grubauer den Puck eigentlich schon sicher, trotzdem wurde irregulär nachgestochert. „Ich weiß nicht, warum nicht gechallengt wurde. Das fühlt sich nicht richtig an“, sagte Michaelis. Auch Grubauer konnte das Zaudern nicht nachvollziehen und fragte bei Kreis nach - ohne Wirkung. So ging das Spiel in die Verlängerung und letztlich ins Penaltyschießen.










