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RB-Einigung: Klopps Final-Showdown für den Bundestrainer-Job

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In der kommenden Woche wird mit der Unterschrift von Jürgen Klopp als Bundestrainer gerechnet. (Archivbild)

In der kommenden Woche wird mit der Unterschrift von Jürgen Klopp als Bundestrainer gerechnet. (Archivbild)

Von dpa

In ein paar Tagen hat Deutschland wieder einen Bundestrainer. Da sind sich alle sicher. Bei der großen Final-Show zwischen Lionel Messis Argentinien und Lamine Yamals Spanien blieb den deutschen Fußball-Hoffnungsträgern nach dem vermasselten WM-Sommer zwar nur der symbolhafte Platz am Spielfeldrand. Schon vor dem Anpfiff im Betonkessel von East Rutherford war die Nachricht des Endspieltages aber gefühlte Gewissheit.

Der zur Rettung auserkorene Jürgen Klopp wird nach den für die schwarz-rot-goldenen Fans entnervenden Amerika-Wochen die allergrößte Trainer-Mission seiner Karriere bald antreten. Offizieller Vollzug samt Vorstellung in Frankfurt am Donnerstag oder Freitag. Das ist der Masterplan. Sofern nicht eine gemeine Fußball-Falltür in den diversen Vertragswerken des 59-Jährigen zwischen DFB, Red Bull und den zahlreichen Werbepartnern zum unerwarteten Stolperstrick wird.

Eine Einigung zwischen Klopp und Red-Bull-Chef Mintzlaff ist ein wichtiger Schritt. (Archivbild).
Eine Einigung zwischen Klopp und Red-Bull-Chef Mintzlaff ist ein wichtiger Schritt. (Archivbild).
Eine Einigung zwischen Klopp und Red-Bull-Chef Mintzlaff ist ein wichtiger Schritt. (Archivbild).
Die Wege von Julian Nagelsmann und Bernd Neuendorf trennten sich schnell nach dem WM-Aus. (Archivbild)
Die Wege von Julian Nagelsmann und Bernd Neuendorf trennten sich schnell nach dem WM-Aus. (Archivbild)
Die Wege von Julian Nagelsmann und Bernd Neuendorf trennten sich schnell nach dem WM-Aus. (Archivbild)
Jürgen Klinsmann findet deutliche Worte zum Zustand des deutschen Fußballs. (Archivbild)
Jürgen Klinsmann findet deutliche Worte zum Zustand des deutschen Fußballs. (Archivbild)
Jürgen Klinsmann findet deutliche Worte zum Zustand des deutschen Fußballs. (Archivbild)

In zuletzt ungewöhnlich ruhigen Tagen hatte es in der Bundestrainer-Causa bis zur Rückkehr von Klopp als Experte auf die Bildfläche bei MagentaTV zum Finale keine Wasserstandsmeldungen von mehr oder weniger offiziellen Seiten gegeben. Im Hintergrund wurde aber das Geschäftliche geregelt.

Für Klopp war es das größte öffentliche Anliegen, per Instagram-Clip angebliche Aussagen von ihm über das englische Halbfinal-Scheitern und die Taktik von Trainer Thomas Tuchel einzufangen. Alles nur erfunden, versicherte er von seinem Sofa aus. Doch wo stand das Sofa? Ein angeblicher Geheimflug des künftigen DFB-Cheftrainers für Gespräche in Deutschland wurde von Sky als mehr oder weniger größter Aufreger verkündet.

Unter der Hand bestätigt wurde schon der Vollzug des Männer-Gesprächs von Klopp mit Red-Bull-Chef Oliver Mintzlaff. Da ging es dann vermutlich nur noch um die Beteuerung gegenseitiger Wertschätzung und gute Wünsche. Die vertraglichen Dinge rund um das nicht mehr zu erfüllende Engagement als Head of Global Soccer beim Brauseimperium werden zu regeln sein.

So läuft in den kommenden Tagen alles auf eine finale Sitzung der Aufsichtsräte und der Gesellschafter der DFB GmbH und Co. KG hinaus, deren Zustimmung in Bundestrainerfragen die Verbandsstatuten vorsehen. Die Funktionäre treffen sich für gewöhnlich digital. Einberufen wird die virtuelle Versammlung von DFB-Präsident Bernd Neuendorf, der bislang sachlich durch die Krise führt.

Manch anderem in der DFB-Zentrale geht es dem Vernehmen nach nicht schnell genug mit der Klopp-Verkündung. Aus der Führung des Verbandes war keiner beim Finale in New Jersey als Gast von FIFA-Boss Gianni Infantino dabei - auch auf dieser Ebene, dem Stelldichein der Fußball-Entscheider, glänzte der DFB durch Abwesenheit - auch Neuendorf als Mitglied des FIFA-Councils.

Gute Schlagzeilen kann der deutsche Fußball vertragen. Zu präsent ist noch der Zwischenrunden-K.-o. gegen Paraguay, der das schnelle Ende der Ära von Julian Nagelsmann als Bundestrainer besiegelte. Ein Urlauberbild, das den Ex-Coach laut „Bild“-Zeitung mit seiner Frau auf Mallorca zeigt, ist ein ziemlich unscharfes Dokument der WM-Aufarbeitung.

Ansonsten wölbt sich allenfalls noch die Erzählung von den Kakerlaken im DFB-Hotel in North Carolina über alle Ereignisse. An den unangenehmen Schädlingen hat das sportliche Scheitern am wenigsten gelegen. Klopp und Kakerlaken, auf diese verkürzende Alliteration lässt sich der Zustand des deutschen Fußballs dieser Tage dennoch sinnbildlich reduzieren. Von Messi ist man viel weiter entfernt als der Mittelkreis vom Spielfeldrand.

Klopp selbst hatte früh den Auftrag beschrieben. „Es geht um viel. Wer es auch immer machen wird, hat einen Haufen zu tun“, sagte er kurz nach dem Scheitern in Foxborough. Da war schon klar, dass alles auf ihn zulaufen würde. So hört sich jene Formulierung wie eine Absicherung an. Der Erfolgscoach weiß natürlich, welches Wagnis er eingeht.

Zur Vergewisserung des Status quo gibt es auch genügend prominente Aussagen. Jürgen Klinsmann, der Macher des Sommermärchens 2006, und Philipp Lahm, der letzte siegreiche deutsche WM-Kapitän von 2014, sind da gewichtige Stimmen in der Kakophonie der Experten.

„Wir sind jetzt absolut im Mittelmaß, ganz verloren irgendwo angekommen“, sagte Klinsmann bei Sport1. „Schämen“ müsse man sich mittlerweile. Sein Urteil über die DFB-Stars: „Sie waren zu weich, sie waren nicht fähig, zu leiden oder auch mal die Ellbogen auszufahren und sich Respekt zu verschaffen“, sagte Klinsmann dem TV-Sender Sky.

Als Vorbild in dieser Hinsicht nannte der 61-Jährige den Messi-Clan. „Was die Argentinier der ganzen Welt vorgemacht haben bei diesem Turnier ist einfach: Vielleicht sind wir nicht die beste Mannschaft, aber wir sind bereit bis an die Grenzen und darüber hinauszugehen und Spiele in den letzten Minuten zu entscheiden“, sagte Klinsmann.

Dies konnte in der Vergangenheit auch die DFB-Auswahl. Den Weg dorthin zurück wird Klopp gehen müssen. „Ich wünsche es mir sehr, weil er ein Typ ist, der so einen Neuanfang starten kann, weil er die Energie hat, die positive Art, andere Leute mit ins Boot zu bringen“, erklärte Klinsmann.

Lahms Auftrag an Klopp ist auch klar. „Für mich zählen Klarheit und Ordnung“, schrieb er im Gastbeitrag der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Nagelsmann habe zu viele Experimente gemacht, zu viele Spieler auf falschen Positionen eingesetzt. Stichwort: Joshua Kimmich als rechter Außenverteidiger. Statt „Sonderwege“ zu beschreiten, müsse man den Weltfußball im Blick haben. Das hatte Klopp bei seinem WM-Job immerhin schon.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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