Nach drei Pleiten

Remis in Aachen ist für SSV Jahn Regensburg „verdammt viel wert“

Torjäger Lucas Hermes und Arbeitsbiene Sascha Hingerl schießen die Regensburger noch zu einem wichtigen Unentschieden nach 0:2-Rückstand bei Alemannia Aachen.

Artikel vorlesen
Jakob Seibold (am Ball) und der SSV Jahn Regensburg fanden nach 30 Minuten besser in die Partie und erkämpften sich bei Alemannia Aachen noch ein 2:2.

Jakob Seibold (am Ball) und der SSV Jahn Regensburg fanden nach 30 Minuten besser in die Partie und erkämpften sich bei Alemannia Aachen noch ein 2:2.

Das „H“ hat gezündet! Nach drei Niederlagen hatte der SSV Jahn Regensburg vor dem schweren Drittliga-Auswärtsspiel bei Alemannia Aachen neben dem Prinzip Hoffnung und den taktischen Kniffen von Trainer Sascha Hildmann auch auf die individuellen Fähigkeiten seiner Akteure gesetzt - und siehe da: Lucas Hermes (38.) und Sascha Hingerl (50.) hießen die Regensburger Torschützen vor 20.422 Zuschauern am stimmungsvollen Tivoli, wo die Gäste einen frühen 0:2-Rückstand noch in ein verdientes 2:2 umwandeln konnten.

Mit dem Remis konnte der Jahn „sehr gut leben“, betonte sein Coach hochzufrieden. Dieser Auswärtspunkt, so Hildmann, sei „verdammt viel wert“, weil man eine „richtig harte Bewährungsprobe“ bravourös bestanden habe. In der Tat war es beeindruckend, wie sich der Jahn in ein Spiel zurückkämpfte, bei dem er sich nach einer halben Stunde auf einem ziemlich abschüssigen Weg in Richtung vierter Pleite in Folge zu befinden schien.

Aachen hatte losgelegt wie die schwarz-gelbe Feuerwehr und war durch ein Hackentor von Mika Schroers (9.) und einen blitzsauber herauskombinierten Treffer von Louis Köster (23.) mit 2:0 in Führung gegangen, womit die Gäste angesichts weiterer Alemannia-Hochkaräter erst mal gut bedient waren. Doch während sich der Jahn ab Minute 30 freischwamm und selbst zu Chancen kam, war Aachen damit beschäftigt, die Auswechslung seines angeschlagenen Kapitäns Danilo Wiebe (34.) zu kompensieren.

In dieser Phase gelang es der Hildmann-Elf, auch ergebnistechnisch einen neuen Akzent zu setzen: Hermes scheiterte mit einem wuchtigen Schuss noch an Alemannia-Keeper Stefan Bajic, verwertete aber den abprallenden Ball selbst zum 1:2 - der fünfte Treffer im fünften Saisonspiel für den Torjäger. Kurz nach der Pause machte Hingerl dem Attribut „Ballklauer“, das ihm Hildmann schon vor geraumer Zeit verliehen hatte, alle Ehre, indem er Aachens Mehdi Loune an der Strafraumgrenze das Leder stibitzte und Bajic sogleich eiskalt tunnelte.

Ein bisschen schien sich der Torschütze über sein 2:2 selbst zu wundern. „Normalerweise komme ich gar nicht so weit vor“, schmunzelte der 27-Jährige, der zu Jahresbeginn vom Regionalligisten TSV Buchbach nach Regensburg gewechselt war und eigentlich eher als Arbeitsbiene im Mittelfeld seinen Dienst verrichtet. Nun war er auch mal offensiv zur richtigen Zeit am richtigen Ort und belohnte sich mit seinem ersten Tor in Liga 3 - wohlgemerkt mit einem anderthalbfachen Bänderriss, den er sich schon beim Saisonauftakt bei Viktoria Köln zugezogen hatte.

85 Minuten lang hielt die lädierte Allzweckwaffe am Tivoli durch, wo der Jahn in einer über weite Strecken sehenswerten, unterhaltsamen Partie das Remis hinten raus bei nachlassenden Kräften mit Leidenschaft verteidigte. Als Hingerl kurz vor Schluss vom Platz ging, wechselte Hildmann Patrick Hobsch ein - das Prinzip H war in jeglicher Hinsicht dazu geeignet, diesen wichtigen Zähler nach Hause zu bringen.

Themen des Artikels folgen

Alle Artikel zu gefolgten Themen und Autoren finden Sie bei mein idowa

Finden, was Sie suchen: Sie können sich Artikel von idowa in der Google-Suche nun bevorzugt anzeigen lassen. Mehr Informationen zur kostenlosen Google-Funktion finden Sie auf unserer Infoseite.

Keine Kommentare


Neueste zuerst Älteste zuerst Beliebteste zuerst
alle Leser-Kommentare anzeigen
Leser-Kommentare ausblenden

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert.