Oberliga-Playoffs
Deggendorfer SC braucht die nächsten vier Siege

Roland Rappel
Nach der nicht nur auf dem Eis emotionalen Serie gegen Duisburg freuen sich nun Roy Harrison (l.) und Luke Weilandt auf das Halbfinale gegen die Tilburg Trappers.
Mit einem 4:1-Seriensieg gegen die Füchse Duisburg hat der Deggendorfer SC erstmals seit der Saison 2017/2018 wieder den Sprung ins Halbfinale der Oberliga-Playoffs geschafft. Dort wartet mit den Tilburg Trappers jedoch ein echter Härtetest: Der Zweitplatzierte der Oberliga Nord reist mit einer makellosen Playoff-Bilanz nach Niederbayern. Spiel eins steigt am Karsamstag, 4. April, um 19 Uhr in der Hitzkopf-Arena, ehe Spiel zwei am Ostermontag um 17 Uhr in Tilburg ausgetragen wird.
Während der Deggendorfer SC im Viertelfinale gegen die Füchse Duisburg noch ein Spiel abgeben musste, präsentieren sich die Niederländer bislang in bestechender Form. Sowohl gegen die Black Hawks Passau (3:0) als auch gegen die Tölzer Löwen (4:0) gelang den Trappers jeweils ein Sweep - die weiße Weste unterstreicht eindrucksvoll die Meisterschaftsambitionen des Teams trotz verwehrtem Aufstieg von Trainer Danny Albrecht, der seit dieser Saison an der Bande steht.
Bruder von NHL-Stürmer im Tilburger Kader
Große Veränderungen im Kader gab es kaum: Der niederländische Kern um Kapitän Mike Dalhuisen, Dauerbrenner Giovanni Vogelaar und Max Hermens blieb ebenso erhalten wie das Torhüter-Duo um Cedric Andrée und Ruud Leeuwesteijn. Bewegung gab es jedoch auf zwei Schlüsselpositionen im Sturm, nachdem D’Artagnan Joly in die DEL2 wechselte und Anthony Rinaldi den Schritt in die ECHL machte. Als neuer dritter Import neben Topscorer Phil Marinaccio und dem US-Amerikaner Kobe Roth wurde der Kanadier Matt McLeod verpflichtet. Der Bruder von NHL-Stürmer Ryan McLeod (aktuell bei den St. Louis Blues) wechselte von den Zeller Eisbären ins IJssportcentrum Stappegoor. Zudem unterschrieb mit Dani Bindels ein aus Deggendorfer Sicht bekanntes Gesicht im niederländischen Sektor.
Ties van Soest überzeugt in Serie gegen Bad Tölz
Besonders im Fokus steht derzeit Ties van Soest, der im Viertelfinale gegen Bad Tölz als Spieler der Serie herausragte. In sieben Spielen verbuchte der offensivstarke Stürmer vier Tore und insgesamt 14 Scorerpunkte. Trappers-Coach Albrecht gerät entsprechend ins Schwärmen: „Ties war in beiden Serien sehr stark. Er ist noch ein junger Kerl und führt trotzdem seine Reihe an. Als ‚ehrlicher Mittelstürmer‘ stellt er den Fleiß ganz vorne an und geht dorthin, wo es wehtut. Trotzdem ist es in meiner Mannschaft schwierig, einen Spieler hervorzuheben, alle haben für die bisherigen Playoffs ein großes Kompliment verdient.“
In der mit Spannung erwarteten Halbfinal-Serie treffen zwei Teams aufeinander, die für ihre Offensivqualitäten bekannt sind. Tilburg erzielt in den Playoffs im Schnitt sechs Tore pro Spiel, der DSC steht bei starken 5,3 Treffern. Bei den Rot-Blauen greift zudem das viel zitierte „Secondary Scoring“: Marco Baßler entwickelt sich quasi wie jedes Jahr zum Playoff-Monster (14 Punkte in acht Spielen), während Kapitän Curtis Leinweber mit elf Zählern ebenfalls vorangeht. Auch Jaroslav Hafenrichter und Luke Weilandt liefern konstant und stehen bei mindestens einem Punkt pro Partie - sehr zur Freude von DSC-Coach Casey Fratkin.
Für einige Deggendorfer ist das Duell mit den Trappers kein Neuland: Niklas Heinzinger, David Zabolotny und Viktor Buchner konnten die Niederländer im letztjährigen Halbfinale bezwingen. Andere wie Timo Pielmeier, Marcel Pfänder oder Niklas Pill erinnern sich hingegen an das Playoff-Aus 2024, als der DSC im Viertelfinale mit 1:4 in der Serie unterlag.
Serie auf Augenhöhe erwartet
Die Ausgangslage ist klar: Die Karten zwischen dem Südmeister und dem Nordzweiten sind neu gemischt. In einer Serie auf Augenhöhe dürften Kleinigkeiten über Sieg oder Niederlage und damit über den Einzug ins Finale entscheiden.
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