Verleihung im Oktober
Regensburger Kulturpreis geht an Josef Menzl

Jacqueline Melcher/dpa
Kapellmeister Josef Menzl (Zweiter von links) im Kreis weiterer Musiker der „Kapelle Josef Menzl“ 2022 auf dem Oktoberfest.

Die Stadt Regensburg verleiht auch 2026 ihren Kulturpreis und die Kulturförderpreise. Die Preise würdigen kulturelle und künstlerische Leistungen, die in einem engen Bezug zu Regensburg stehen. Der Kulturpreis geht in diesem Jahr an den Musiker Josef Menzl, der damit für sein bedeutsames künstlerisches Schaffen geehrt wird. Er ist mit 10.000 Euro dotiert.
Seit über 30 Jahren begeistere Josef Menzl mit seiner Musik und großformatigen Bühnenereignissen, heißt es in der Begründung der Stadt Regensburg. Der Musiker und Komponist kombiniere Volksmusik mit unterschiedlichen Stilrichtungen. Dabei verbinde er unterschiedliche Genres und verleihe dem Liedgut der Oberpfälzer Volksmusik neue Dynamik, ohne die ursprünglichen Klänge von Landler oder Polka in den Hintergrund zu drängen. „Sein musikalisches Konzept erreicht nicht nur das traditionelle Publikum, sondern spricht auch neue Zielgruppen an. Damit gelingt es ihm, die bayerische Musikkultur einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und neue Begeisterung für sie zu wecken.“
Instrumente brachte er sich überwiegend selbst bei
Menzl wurde 1973 in Regensburg geboren. Im Alter von neun Jahren begann er Klarinette zu spielen, erhielt Unterricht und war Mitglied des Jugendblasorchesters Oberisling. Das Spiel an Saxophon, Tuba, Flöte und Gitarre brachte er sich später autodidaktisch bei. Als Mitglied verschiedener musikalischer Gruppen und namhafter Bands wie „Erwin & die Heckflossen“ oder „d’Raith Schwestern & da Blaimer“ kam er mit unterschiedlichsten musikalischen Stilrichtungen in Berührung.
1995 gründete Menzl seine eigene Kapelle. Mit seiner „Blaskapelle Josef Menzl“ versammelt er hochkarätige Musiker um sich. „In Tracht, im Dialekt und mit besonders viel Humor, technisch souverän, wortgewandt und voller Leidenschaft, weltoffen, bodenständig und selbstironisch überzeugen Josef Menzl und seine Musiker durch eine ansteckende Bühnenpräsenz“, so die Stadt Regensburg.
Menzl bespielt große Bühnen nationaler Kultur- und Volksfeste, wie das Gäubodenfest oder das Oktoberfest. Er produziert die Musikalben, leitet das Orchester, moderiert, arrangiert die Noten, organisiert die Auftritte und fährt den Bandbus.
2015 erhielt er den Kulturpreis des Landkreises Regensburg. 2025 feierte Menzl mit seiner Kapelle das 30-jährige Bestehen des Ensembles. Dazu fand im Regensburger Audimax eine große Benefizgala statt.
Die drei Kulturförderpreise wurden unter Berücksichtigung des künstlerischen und wissenschaftlichen Nachwuchses an Personen oder Vereinigungen verliehen, die das kulturelle Leben in der Stadt gestalten und fördern. Sie sind mit je 2.500 Euro dotiert und gehen in diesem Jahr an Paula Dischinger, Vincent Pollak sowie den Verein „subsTanz“.
Paula Dischinger, geboren 2001 in Regensburg, ist eine Performance-Künstlerin und Designerin. Nach Studienaufenthalten in Paris und London ist sie seit 2025 Meisterschülerin an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Dischinger agiert als Grenzgängerin zwischen Modedesign, bildender Kunst und Performance. Ihre Arbeiten „hinterfragen spielerisch, aber tiefgründig gesellschaftliche Systeme sowie die Dynamik zwischen Individuum und Gemeinschaft“, heißt es in der Begründung der Stadt. Der Kern ihres Schaffens liege in der Interaktion: Sie bringe durch partizipative Kunstprojekte Menschen über Generationen und Haltungen hinweg zusammen und mache den Wert von Gemeinschaft unmittelbar erlebbar.
Sie ist Trägerin des Atelierpreises 2025 des BBK München sowie des Graduate Awards der Central Saint Martins University (London). Ihre Performances und Ausstellungen wurden bereits weltweit realisiert - darunter London, Paris, Tokio, New York, Tallinn und auf Island sowie aktuell beim Architektursommer Hamburg. Trotz ihrer globalen Aktivitäten kehrt Dischinger für innovative Kulturprojekte regelmäßig nach Regensburg zurück.
Vincent Pollak, geboren 1991 in Regensburg, präge als Künstler und Kulturakteur seit über einem Jahrzehnt das Stadtbild sowie die lokale Kunstszene, so die Stadt Regensburg. Er zeichnet sich „durch eine signifikante künstlerische Handschrift aus, die figurative Malerei, Druckgrafik, Tafelbild und skulpturale Objekte zu einem prägnanten Gesamtwerk verbindet“. Seine Arbeiten reichen von Holzskulpturen bis hin zu großflächigen Wandgemälden im öffentlichen Raum. Als langjähriger Projektmanager der Danubiart sowie als Kurator der 24h-Galerie verschafft er der urbanen Kunst institutionelle Sichtbarkeit und gesellschaftliche Wertschätzung. Auftragsarbeiten im Kontext der Welterbekoordination sowie Gestaltungen im Regensburger Stadtraum und in der lokalen Gastronomie brachten Pollaks Kunst an Wände und Fassaden.
Er arbeitete als ehemaliger Förderkünstler der Oswald-Zitzelsberger-Stiftung im Künstlerhaus Andreasstadel (2019 bis 2021) oder reüssierte mit Einzelausstellungen in der Sigismundkapelle oder im W1. Vertreten und ausgestellt wird Pollak regelmäßig von der Galerie konstantin b. Als Vorstand des Kunstverein Graz bringt er sich seit Jahren aktiv in die Stadt- und Kulturentwicklung ein.
„Kinder, die gesellschaftlich oft übersehen werden“
Der Verein „subsTanz“ - initiiert und geleitet von Julia Leidhold und Bettina Schönenberg - formierte sich 2024 als Ergebnis einer seit 2014 bestehenden Projektreihe. Seit über einem Jahrzehnt realisiert die Initiative tanz-, theater- und kunstpädagogische Projekte, die gezielt Regensburger Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 14 Jahren fördern. Dabei arbeitet der Verein eng mit lokalen Institutionen zusammen - darunter das Amt für Jugend und Familie, die Schulsozialarbeit sowie die ambulante Familienhilfe, um Zielgruppen mit großem Förderbedarf zu erreichen. Neben der künstlerischen Praxis (Tanz und Schauspiel) steht die Persönlichkeitsentwicklung im Fokus. Die Kinder sollen ästhetische, emotionale und soziale Kompetenzen erwerben. „Durch die langfristig angelegte Arbeit bringt subsTanz Kinder ins Rampenlicht, die gesellschaftlich oft übersehen werden“, hebt die Stadt hervor. So werde eine Lücke im lokalen Kulturangebot geschlossen. (red)
Info
Künstlerinnen und Künstler, Kulturgestalterinnen und -gestalter sowie Kulturinstitutionen konnten für die Auszeichnungen vorgeschlagen werden. Der Stadtrat hat am 30. Juli die Preisträgerinnen und Preisträger beschlossen. Die Preisverleihung findet am 21. Oktober um 19 Uhr im Staatstheater Regensburg statt.








