Außer Lebensgefahr

Medbo äußert sich nach Messerangriff im Bezirksklinikum Regensburg

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Der 23-Jährige hat eine Schnittwunde erlitten und das Bewusstsein verloren. (Symbolbild)

Der 23-Jährige hat eine Schnittwunde erlitten und das Bewusstsein verloren. (Symbolbild)

Am vergangenen Samstag ist es im Bezirkskrankenhaus Regensburg zu einem folgenschweren Vorfall gekommen. Wie die Polizei am Montag mitgeteilt hatte, soll ein 33-Jähriger mit einem Messer auf einen 23-jährigen Patienten losgegangen sein. Dieser wurde dabei schwer verletzt. Wie eine Pressesprecherin des Polizeipräsidium Oberpfalz am Dienstag auf Nachfrage mitteilte, ist der Mann inzwischen außer Lebensgefahr. Er wird weiter im Krankenhaus behandelt.

Über die Hintergründe der Tat könne derzeit aber noch nicht mehr gesagt werden, hieß es aus dem Präsidium. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei wegen eines versuchten Tötungsdelikts laufen, Ende dieser Woche könne womöglich etwas mehr gesagt werden.
Samstagabend hatte laut Polizei das Pflegepersonal gegen 21 Uhr den Notruf alarmiert, nachdem der 33-jährige Deutsche auf einer offenen Station einen Mitpatienten angegriffen hatte. Dabei soll es zu einer Schnittverletzung am Hals gekommen sein.

Am Bezirksklinikum, das von der Medbo betrieben wird, dürfte die Tat schreckliche Erinnerungen geweckt haben. Ende 2023 kam es zu einem Angriff, bei dem ein damals 14-Jähriger ein siebenjähriges Kind tödlich verletzte. Der Täter wurde vor wenigen Monaten zu einer Jugendstrafe von achteinhalb Jahren verurteilt und die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik angeordnet.

Pfleger konnte Angreifer überreden, abzulassen

Seitens des Krankenhauses zeigte man sich am Montagabend bestürzt über die aktuelle Tat. Diese habe sich im Stationsgarten ereignet. Dieser sei für die Allgemeinheit nicht frei zugänglich und direkt an die betroffene Station angegliedert. „Auf dieser offen geführten Station werden Patientinnen und Patienten versorgt, die freiwillig behandelt werden. Zum Beispiel aufgrund einer Psychose“, so Müller.

Über die konkret vorhandenen Schutzmaßnahmen auf der Station und im Krankenhaus generell könne er sich nicht im Detail äußern. Müller betont aber, dass „alle unsere Mitarbeitenden mit Patientenkontakt in der Psychiatrie seit vielen Jahren systematisch im Deeskalationsmanagement geschult“ werden. Auch Schulungen zum Verhalten nach Übergriffen und zur kollegialen Ersthilfe in Krisensituationen gebe es regelmäßig sowie zum professionellen Kontakt zu Menschen in psychischen Krisen.

Womöglich waren diese Erkenntnisse im aktuellen Fall mitentscheidend. Wie die Polizei mitteilte, konnte ein Pfleger den 33-Jährigen dazu überreden, das Messer beiseite zulegen. Kurz darauf seien bereits Einsatzkräfte der Polizeiinspektion Süd eingetroffen, die den Mann festnahmen. Er wurde in eine geschlossene Einrichtung gebracht.

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