Mutmaßliche Vergiftung
53-Jährige wegen Mordes vor dem Landgericht Deggendorf

Armin Weigel/dpa
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Frau dem Mann das Schwermetall in Nahrung und Getränke mischte.

Ab Dienstag, den 31. März, muss sich eine 53-Jährige vor der Großen Strafkammer am Schwurgericht des Landgerichts Deggendorf verantworten. Die Anklage lautet auf Mord. Die Frau soll ihren Lebensgefährten vergiftet haben - weil dieser im Jahr 2024 eine Affäre gehabt haben soll, heißt es vom Landgericht Deggendorf.
Konkret wirft die Staatsanwaltschaft Deggendorf der Angeklagten vor, im November 2024 über das Internet von einer in der Ukraine ansässigen Firma Thallium-Sulfat bestellt zu haben. Im Januar 2025 soll sie ihrem Lebensgefährten dann eine tödliche Dosis des farb-, geruchs- und geschmacklosen Schwermetalls, verabreicht haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Frau dem Mann das Schwermetall in Nahrung und Getränke mischte.
Ihr Lebensgefährte, welcher zunächst unter grippalen Symptomen litt, verstarb am 29. Januar 2025 aufgrund eines Multiorganversagens, nachdem sich sein Gesundheitszustand rapide verschlechtert hatte. Er wurde ab dem 22. Januar in zwei unterschiedlichen Krankenhäusern stationär behandelt und befand sich zuletzt in einem komatösen Zustand. Er musste intubiert, sediert und beatmet werden. Der Verdacht einer Vergiftung entstand erst nach seinem Tod, die Ärzte rechneten nicht mit einer entsprechenden Vergiftung und kämpften daher mangels zutreffender Diagnose vergeblich um das Leben des Verstorbenen.
Die Angeklagte befindet sich seit März 2025 in Untersuchungshaft. Fortgesetzt wird der Prozess im April und Anfang Mai. Insgesamt sollen 48 Zeugen vernommen sowie fünf Sachverständige gehört werden. Die Tochter des Verstorbenen hat sich als Nebenklägerin dem Verfahren angeschlossen.
Bis zum Beweis der Schuld gilt die Unschuldsvermutung.











