Tiefgarage unter dem Theresienplatz

Straubinger Heimatpfleger: „Soll die Stadt ihrer Geschichte beraubt werden?“

Streitpunkt Parkgarage: Stadtheimatpfleger Alfons Huber ist strikt gegen den Bau unter dem Straubinger Theresienplatz.(Foto: Boris Roessler/dpa)

Streitpunkt Parkgarage: Stadtheimatpfleger Alfons Huber ist strikt gegen den Bau unter dem Straubinger Theresienplatz.(Foto: Boris Roessler/dpa)

Wird sie gebaut? Oder vergräbt die Stadt die Pläne für die neue Tiefgarage in der Schublade? Viele wirtschaftliche und politische Faktoren sollen bei einer Entscheidungsfindung berücksichtigt werden. Doch was ist mit den "weichen Stadtortfaktoren"? Standortfaktoren, die unwiederbringlich zerstört würden, wenn die Bagger am Theresienplatz anrücken?

Lesen Sie hier: Machbarkeitsstudie - 222 Parkplätze für 16 Millionen Euro?


Für Stadtheimatpfleger Alfons Huber ist die Antwort klar: "Wer will eigentlich diese Tiefgarage?" Hier stünden finanzielle Interessen im Vordergrund, nicht das Bedürfnis der Bevölkerung nach mehr Parkplätzen, kritisiert er.

"Historisches Ensemble ein für allemal zerstört"

Huber warnt vor den Auswirkungen auf das Stadtbild und die Lebensqualität: "Das historische Ensemble würde ein für allemal zerstört werden". Nicht nur die zweijährige Bauzeit und die wuchtigen Einfuhrrampen auf der Höhe der Jesuitenkirche würden das Stadtbild verschandeln. Hässlich wären auch die vielen Ab- und Zuluftlöcher der Garage.

"Ich parke am Hagen oder im Parkhaus am Theresiencenter, wenn ich von Alburg aus in die Innenstadt fahre," erklärt Huber. Dort habe er nie Probleme einen Parkplatz zu finden. Der Bau einer Tiefgarage unter dem Theresiencenter sei in seinen Augen nicht nötig.

Fragwürdige Vorbilder

Auch sei es verkehrt auf Vorbilder in anderen Städten zu schielen. Die Parkhäuser in Deggendorf und Burghausen, die bereits von Straubinger Stadtvertretern besichtigt wurden, sieht Huber als nicht geglückt an. "Deggendorf kann doch mit uns gar nicht konkurrieren!", sagt er. "Straubing dürfe sich hier glücklich schätzen mit weit über 3000 Parkplätzen in der Innenstadt.

Lesen Sie hier: Online-Umfrage zur Tiefgarage ergibt eine knappe Mehrheit


Dass die Dreifaltigkeitssäule während des Baus einer Tiefgarage den schweren Maschinen weichen müsste, empört den Stadtheimatpfleger. "Diese Säule zeigt, wie weltmännisch Straubing schon seit langer Zeit ist. Mit diesem Werk kam die höfische Kunst in die Stadt. Soll man so einem Denkmal nun die Seele rauben?"

Huber will "zu gegebener Zeit" ein Referendum in der Stadt anstreben, um den Willen des "Normalbürgers" abzubilden, wie er sagt. Der Heimatpfleger bringt seine Auffassung von Demokratie auf einen einfachen Nenner: "Die Stadt gehört den Bürgern!"


Die wichtigste Fakten zur Tiefgarage:


Im Auftrag der Stadt hat die Arbeitsgemeinschaft Gevas Humberg & Partner/Gehm Beratende Ingenieure eine Machbarkeitsstudie (Kosten: 25.000 Euro) erarbeitet. Das sind die wichtigsten Ergebnisse:

  • 222 Stellplätze mit einer jeweiligen Breite von 2,50 Metern
  • Gesamtkosten des Baus zwischen 14,5 und 18 Millionen Euro
  • Einnahmen pro Jahr circa 545.000 Euro
  • Bauzeit mindestens 2 Jahre
  • Verändertes Stadtbild durch zwei Rampen zur Ein- und Ausfahrt auf Höhe der Jesuitenkirche
  • Erhöhung der Parkplatzanzahl im Innenstadtgebiet von 3240 auf 3462
  • Kosten für die Wiederherstellung der Fußgängerzonenfläche rund 3,9 Millionen Euro
  • Abbau, Einlagerung und Wiederaufbau des Tiburtiusbrunnens und des Denkmals Dreifaltigkeitssäule ( Kosten circa: 500.000 Euro)
  • Einstellung beziehungsweise Umleitung des Pendelbusses von Hagen für mindestens die Zeit des Baus

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