Unwetter
Gewittersturm fegt im Landkreis Straubing-Bogen viele Bäume um

Christoph Becker/Feuerwehr Kirchroth
Im ganzen Landkreis räumten Feuerwehrleute nach dem Gewittersturm am Samstagnachmittag umgestürzte Bäume und herabgefallene Äste von den Fahrbahnen.
Zu gut 40 Einsätzen sind die Feuerwehren im Landkreis nach Angaben von Kreisbrandrat Markus Weber nach dem Unwetter am Samstagnachmittag ausgerückt. Auch die Polizei war stark gefordert. Das Bogener Rautentage-Fest wurde kurzzeitig unterbrochen; nach einer neuerlichen Unwetterwarnung am Sonntagnachmittag dann frühzeitig beendet. Bei der eingerüsteten Wallfahrtskirche auf dem Bogenberg wurde ein Ehepaar verletzt, weil durch das Unwetter ein Holzbalken auf sie gefallen war.
Dunkle Wolken und Windböen, die sofort so heftig waren, dass die ersten Gartenstühle oder Außendekorationsteile durch die Luft flogen: So kündigte sich das Gewitter am Samstag gegen 16.30 Uhr an. Die private Wetterstation Eggerszell (Gemeinde Rattiszell) registrierte am Samstag eine Windgeschwindigkeit von bis zu 68,3 km/h - der höchste im Mai gemessene Wert. Von einem Rekord liegt er aber weit entfernt: Im August 2019 wurde dort eine Windgeschwindigkeit von 101,4 km/h aufgezeichnet.
Gemeinschaftsunterkunft musste evakuiert werden
Trotzdem machten die Böen den aktuell stark belaubten Bäumen schwer zu schaffen: Äste wurden mitgerissen, Gipfel brachen ab oder ganze Bäume stürzten um. Vielfach wurden dabei Verkehrswege blockiert, sodass es bei den Feuerwehreinsätzen in den meisten Fällen darum ging, Fahrbahnen von umgestürzten Bäumen freizuräumen. Einzelne Bäume waren auch auf Autos gefallen, teilte die Polizei Bogen mit. Zudem wurden mehrere Behelfsampeln an Baustellen durch die starken Windböen umgekippt und Baustellenabsperrungen fielen um.
Nachdem die Gefahr bestand, dass die Zelte der Aussteller dem Unwetter nicht standhalten würden und dadurch Menschen verletzt werden könnten, musste das Bogener Rautentage-Fest am späten Samstagnachmittag sicherheitshalber kurz pausieren.
In Steinburg (Gemeinde Hunderdorf) stürzten Teile eines Baumes auf einen Flüssiggastank, der dabei beschädigt wurde, sodass Gas ausgetreten ist. Da sich der Gastank neben einer Gemeinschaftsunterkunft befand, mussten nach Angaben der Polizei deren Bewohner evakuiert werden. Rund 60 Kräfte der Feuerwehren Hunderdorf, Steinburg, Au vorm Wald und Windberg unterbanden durch eine dauerhafte Bewässerung eine Ausbreitung des Flüssiggases. Es wurde ein Spezialfahrzeug durch die Feuerwehr angefordert, sodass das Gas vollständig entleert werden konnte. Wie hoch der Schaden an dem Flüssiggastank ist, konnte laut Polizei bisher noch nicht geklärt werden. Verletzt wurde bei dem Vorfall nach derzeitigen Erkenntnissen niemand.
Anders auf dem Bogenberg: Dort hielt sich ein älteres Ehepaar an der Wallfahrtskirche auf. Da die Kirche gerade saniert wird, befindet sich an den Außenmauern ein Baugerüst. Durch das Unwetter wurde der Polizei zufolge ein Holzbalken vom Baugerüst heruntergeschleudert und verletzte das Ehepaar am Kopf und an der Schulter. Beide mussten in einem umliegenden Krankenhaus behandelt werden.
„Nach rund zweieinhalb Stunden alles abgearbeitet“
„Nach rund zweieinhalb Stunden war alles abgearbeitet“, bilanzierte Kreisbrandrat Markus Weber am Sonntagvormittag im Hinblick auf die Arbeit der Feuerwehren am Samstag. Er hatte zur Unterstützung der Integrierten Leitstelle (ILS) auch den Betrieb der Kreiseinsatzzentrale (KEZ) Bogen angeordnet, um die ILS zu entlasten.
Die Kreiseinsatzzentrale (KEZ) des Landkreises Straubing-Bogen ist in der Feuerwehr Bogen stationiert. Sie fungiert bei Großschadenslagen und komplexen Einsätzen als Schnittstelle zwischen der Integrierten Leitstelle und den Einsatzkräften vor Ort.













