Ermittlungserfolg
Dank cleverer Geiselhöringerin: Polizei gelingt Schlag gegen Telefonbetrüger

Jan Woitas/dpa
Die beiden Beschuldigten sollen bundesweit für mehrere Telefonbetrüge verantwortlich gewesen sein. (Symbolbild)

Sie sollen mit sogenannten Schockanrufen fast eine halbe Million Euro erbeutet haben. Nun hat die Staatsanwaltschaft Regensburg Anklage gegen zwei Männer aus Polen erhoben, die im ganzen Bundesgebiet als Betrüger in Erscheinung getreten sein sollen. Das teilten Staatswanwaltschaft und Polizei am Montag in einer gemeinsamen Erklärung mit. Auf die Spur der Verdächtigen gelangte die Polizei demnach durch den Tipp einer geistesgegenwärtigen Geiselhöringerin.
Demnach ermitteln die Beamten bereits seit August 2025 gegen eine Gruppe von Telefon-Betrügern, die sich insbesondere auf den Betrug älterer Menschen in Deutschland spezialisiert hat. Laut Polizei nutzten die Täter meist sogenannte Schockanrufe. Den Angerufenen wird dabei vorgetäuscht, ein naher Angehöriger habe einen tödlichen Unfall verursacht und müsse nun in Haft, sollte nicht eine hohe Kaution gezahlt werden.
Die Ermittlungen ins Rollen brachte demnach ein Fall vom 14. August in Geiselhöring (Kreis Straubing-Bogen). Die 65-jährige Angerufene erkannte hierbei allerdings den Betrugsversuch und informierte die Polizei darüber. Bei der Übergabe gelang es den Beamten, einen der Angeschuldigten festzunehmen. In der Folge habe die 65-Jährige den Betrügern sogar noch weiter ihre Kooperation vorgetäuscht, wodurch diese einen weiteren Abholer entsandt hätten. Auch dieser sei festgenommen worden.
Bei den beiden Männern handelt es sich laut Polizei um einen 29-Jährigen und einen 48-Jährigen, beide stammen aus Polen. Durch die polizeilichen Ermittlungen sei es gelungen, die Männer noch mit 16 weiteren Taten im gesamten Bundesgebiet in Verbindung zu bringen. Dafür werteten die Ermittler unter anderem GPS-Daten der mitgeführten Handys aus. Insgesamt sollen die Beschuldigten durch die Taten Geld, Schmuck und andere Wertgegenstände im Wert von etwa 500.000 Euro erbeutet haben. Die Anklage gegen sie lautet auf den Vorwurf des gewerbsmäßigen Bandenbetruges.
Beide Männer sitzen seit August 2025 in Untersuchungshaft. Während sich einer von ihnen zur Suche geäußert hat, schweigt der andere zu den Vorwürfen. Das Landgericht Regensburg muss nun über die Zulassung der Anklage entscheiden. Für beide Männer gilt die Unschuldsvermutung.











