Erste Hilfe
Wiederbeleben lernen im Landshuter Rathaus

Armin Weigel/dpa
Mit Reanimationspuppen wollen die Ärzte den Besuchern die Wiederbelebung näher bringen.
Was soll ich im Notfall tun? Diese Frage können knapp 30 Ärzte beim Aktionstag „Gemeinsam Leben retten“ beantworten. Am 26. September besteht für Interessierte von 10 bis 14 Uhr im Rathausfoyer Landshut die Möglichkeit, an kurzen Vorträgen und Übungen zur Ersten Hilfe teilzunehmen.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Woche der Wiederbelebung statt. Diese fällt immer auf die 39. Kalenderwoche - in diesem Jahr auf den 21. bis 27. September. Zum ersten Mal organisieren die LA-Regio Kliniken dafür einen gemeinsamen Aktionstag.
An Informationsständen erfahren Besucher alles Wissenswerte zum Thema, an einer Puppe können Interessierte eine Herzdruckmassage ausprobieren. Mit Unterstützung der Sparkasse Landshut wurden zehn solcher Übungspuppen angeschafft. Auch der Umgang mit einem Defibrillator und das Vorgehen bei einer Mund-zu-Mund-Beatmung sollen gezeigt werden. „Viele trauen sich eine Beatmung gar nicht zu“, sagt Michael Räbiger, Oberarzt Anästhesiologie, Kinderklinik St. Marien. Durch den Aktionstag könnten Unsicherheiten oder Ängste eventuell verringert werden.
Die Woche der Wiederbelebung steht unter dem bekannten Motto: „Prüfen. Rufen. Drücken.“ Dabei sei das Rufen ein besonders wichtiger Punkt. „Jeder kann für Hilfe sorgen“, sagt Räbiger. Mit einem Handy, das in der heutigen Zeit fast alle dabei hätten, könne ein Passant schnell professionelle Hilfe holen.
Selbstschutz ist auch beim Helfen wichtig
Möchte jemand noch mehr tun, um zu helfen, solle er immer zuerst darauf achten, sich nicht selbst in Gefahr zu bringen, betont der Arzt. Die eigene Sicherheit müsse bei der Ersten Hilfe immer gewahrt werden.
Angst vor einer Anklage brauche kein Helfer zu haben, sollte er den Verletzten nicht umfangreich versorgen können. Handelt er mit der Absicht zu helfen, könne ihm nichts vorgeworfen werden, so Räbiger. Lediglich unterlassene Hilfeleistung könne mit einer Geld- oder sogar Freiheitsstrafe geahndet werden.
Die Aufklärung von solchem und anderem Halbwissen sei auch ein Ziel der Aktion. Interessierte sollen Fragen stellen, um Unsicherheiten und Nichtwissen zu reduzieren. „Wenn man sich denkt, man hat so etwas schon lange nicht mehr gemacht, oder man sich fragt, wie ein bestimmter Handgriff funktioniert, dann ist es Zeit für eine Auffrischung des Erste-Hilfe-Kurses“, sagt Räbiger. Bei der Veranstaltung „Gemeinsam Leben retten“ besteht die Möglichkeit, sich die Wiederbelebung erneut ins Gedächtnis zu rufen.
Für das richtige Vorgehen in Notfällen vermitteln die Profis bei den Übungen einfache Handgriffe, die auch ein Laie in verschiedenen Situationen anwenden kann. An den Übungen kann jeder ohne Anmeldung und Vorkenntnisse kostenlos teilnehmen. Unterstützt wird das Vorhaben der LA-Regio Kliniken, neben der Sparkasse Landshut, von der Turngemeinde Landshut und dem EV Landshut.










