Auf Achse

Mit dem Traktor auf den Großglockner - Zwischenstopp in Landshut

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Ein seltsames Gespann hat auf der Grieserwiese halt gemacht. Dort, wo sich sonst schneeweiße Wohnmobile von beachtlicher Größe breitmachen, zwängte sich ein kleiner grüner Traktor in eine Lücke. Hinten dran ein hölzerner Anhänger, dahinter wiederum der 71-jährige Georg Kölbel aus Lauf an der Pegnitz im Liegestuhl. Der legte dort nach einem mehrstündigen Trip die Beine hoch und entspannte bei einer Brotzeit mit Blick auf die gemächlich dahinfließende Isar nach einer stundenlangen Fahrt, um Kraft für den nächsten Tag zu tanken: „Mein Ziel ist der Großglockner“, erzählt der Mittelfranke.

Georg Kölbel hatte einst Landmaschinenmechaniker gelernt, dann für einen bekannten Autokranhersteller gearbeitet - und genießt jetzt beim entschleunigt Reisen mit seinem restaurierten Kramer-Traktor den wohlverdienten Ruhestand. In seinem umgebauten Schäferwagen hat er alles dabei, was ein Camper braucht: Schlafkojen, Tisch, Bänke und sogar eine kleine Kochstation. „Maximal fährt der Traktor 30 Kilometer in der Stunde“, sagt der Mittelfranke. Um die Nerven anderer Verkehrsteilnehmer nicht über Gebühr zu strapazieren, meidet er deshalb Bundes- und Hauptverkehrsstraßen, wo es nur geht. Auf der viel befahrenen Großglockner-Hochalpenstraße dürfte das allerdings schwierig werden. Da hilft nur ein stoisches Gemüt, um sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Auf eines muss der Traktor-Camper übrigens auf seiner Tour verzichten: seine Ehefrau, die früher mit ihm stets auf Reisen ging. Die Fahrt auf den Großglockner dauere ihr einfach zu lang, so Kölbel.

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