Seelentröster
2.300 Herzen für Brustkrebspatienten: Frauen aus Dingolfing-Landau hören auf

Jürgen Stern/Donau-Isar-Klinikum
Psychologin Rosa Gmeiner (v.l.), Renate Schreiner, Johanna Friedrich, Chefarzt Walther Kuhn, Mini Reiser und Fini Mitterbiller.

Eine Ära ist am Donau-Isar-Klinikum (DIK) Deggendorf zu Ende gegangen. Seit 2012 hat eine Frauengruppe aus dem Landkreis Dingolfing-Landau Stoffherzen für Brustkrebspatientinnen genäht. Über die Jahre sind so 2.300 Stück zusammengekommen, die für die Betroffenen ein Hilfsmittel darstellen sollen, wie das Donau-Isar-Klinikum mitteilt.
Jetzt hat die Gruppe offiziell ihre letzten Herzen ins Klinikum gebracht, da die meisten Näherinnen bereits die 80 überschritten haben. Grund genug für eine Abschiedsfeier mit Chefarzt Professor Dr. Walther Kuhn und Psychologin Rosa Gmeiner. Die Herzen erfüllen einen medizinischen Zweck. Nach einem operativen Eingriff kann es sein, dass die Wunde schmerzt und spannt. Um die Schmerzen zu verringern, bekommen Patientinnen ein Herzkissen geschenkt. Es lasse sich auf der operierten Seite tragen und biete Schutz, zum Beispiel bei ruckartigen Bewegungen. Durch das Design seien sie aber auch Seelentröster, Begleiter in schwerer Zeit und Mutmacher. Begonnen hat die Aktion mit einem Bericht in der Frauenbundzeitung.
Renate Schreiner ließ sich die Schnittmuster zuschicken und suchte über die örtliche Zeitung Unterstützer. Seitdem treffen sich rund 20 Frauen regelmäßig und nähen gemeinsam die Kissen. Renate Schreiners Mann schnitt das Vlies dafür zu. „Dieses Engagement ist extrem segensreich“, sagte Chefarzt Kuhn. Dass es auch bei den Patientinnen gut ankommt, beweisen die zahlreichen Karten, die sie den Näherinnen geschickt haben. Darüber hinaus habe sich auch eine Freundschaft innerhalb der Gruppe gebildet.








