Akkustikkonzert
“The Maffles“-Konzert beim Haber in Osterhofen
Ein lauer Sommerabend, das stimmungsvolle Ambiente des geschichtsträchtigen Biergartens und drei Musiker, die keine pompöse Bühnenshow brauchen, um einen tollen Musikabend zu gestalten. Das Akustik-Trio „The Maffles“ gastierte am Samstag im Garten der Kultkneipe „Zum Haber“ in Osterhofen und lieferte ein Konzert ab, das den Besuchern wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird. Mit fein nuancierten Arrangements, enormer instrumentaler Vielseitigkeit und einem beeindruckenden mehrstimmigen Gesang bewiesen Johanna Lindorfer, Margarita Grabner und Marco Schinkinger eindrucksvoll, dass die Reduktion auf das Wesentliche auch eine emotionale Wucht entfalten kann. Maffles verzichteten auf laute Effekte und setzten stattdessen auf pure, handgemachte Musik. Ihr Programm glich einer liebevoll ausgewählten Zeitreise durch die Meilensteine der Rock- und Pop-Geschichte.
Schon der Einstieg wurde zum Statement. Der Rolling-Stones-Klassiker „Paint It Black“ verlor im akustischen Gewand nichts von seiner düsteren Energie, sondern gewann durch das filigrane Zusammenspiel eine ganz neue, intime Dynamik. Nahtlos schlossen sich Klassiker wie „California Dreamin’“ von The Mamas and the Papas und das treibende „Looking Out My Back Door“ von CCR an.
Genoss es sich zurückzulehnen
Das Publikum genoss sichtlich die Gelegenheit, sich zurückzulehnen und die vertrauten Melodien in einer so unverfälschten Form auf sich wirken zu lassen. Die drei Musiker reduzierten die Welthits geschickt auf das Wesentliche, ohne ihnen die Energie zu nehmen.
Die Stärke des Trios liegt in der perfekt abgestimmten Aufgabenverteilung und dem fliegenden Wechsel der Klangfarben. Während Johanna Lindorfer mit ausdrucksstarkem Gesang und präziser Percussion das rhythmische Fundament legte, sorgte Margarita Grabner an der Gitarre und Geige immer wieder für melodische Glanzpunkte. Zusammen mit der perfekt harmonierenden Gitarre von Marco Schinkinger entstanden Klangwelten von purer Frische.
Verfehlte emotionale Wirkung nicht
Stings „Englishman in New York“ groovte lässig durch den Garten und Georg Danzers Austropop-Hymne „Weiße Pferde“ verfehlte seine emotionale Wirkung ebenso wenig wie Otis Reddings soulbehaftetes „Sittin’ on the Dock of the Bay“ oder der Kultsong „House of the rising sun“. Jede Interpretation zeigte eine spürbare Spielfreude der Künstler.
Zum absoluten emotionalen Höhepunkt des Abends avancierte jedoch die legendäre Rockballade „Nights in White Satin“, 1967 aus der Feder von Justin Hayward geflossen. Als die tief dringenden Klänge dieses Meisterwerks von The Moody Blues durch den Haber-Garten schwebten, herrschte für Momente andächtige Stille, gefolgt von kollektiver Gänsehaut.
Nach diesem emotionalen Tiefgang schaltete das Trio wieder einen Gang hoch. Angetrieben von treibenden Rhythmen und perfekt abgestimmten Saitenklängen aus einem abwechslungsreichen Repertoire. Ohne irgendeinen Firlefanz mit facettenreichem, mehrstimmigem Gesang, dazu das perfekt eingespielte Zusammenspiel der Instrumente und die jeweilige umgesetzte Unplugged-Version der diversen Songs sorgten für einen besonderen Musikabend.










