Lizenz auf der Kippe
Vor dem Aus: MdL Preidl will Fahrschule in Michelsneukirchen helfen

Büro Preidl
Aufgrund seiner MS-Erkrankung hat Fahrlehrer Armin Prommersberger sein Auto auf seine Bedürfnisse umbauen lassen. Bislang fehlt allerdings die Anerkennung seitens der Entscheidungsträger, sodass seine Zulassung auf der Kippe steht. Landtagsabgeordneter Julian Preidl möchte helfen.

Armin Prommersberger wünscht sich, dass sein spezieller Fall zumindest angeschaut wird. Er ist Fahrlehrer, doch aufgrund seiner MS-Erkrankung wurde ihm jetzt die Lizenz entzogen. Obwohl sich sein Gesundheitszustand nachweislich nicht verschlechtert hat und er sogar Hilfsmittel am Auto einbauen hat lassen. Der Landtagsabgeordnete Julian Preidl nimmt sich dieses Falls an und versucht, die Fahrschule vor dem Aus zu retten, wie sein Büro in einer Pressemitteilung berichtet.
„Das wäre das Ende“, erklärt Prommersberger. Seit fast 40 Jahren führt seine Familie die Fahrschule und hat laut eigenen Angaben mehr 5.000 jungen Menschen das sichere Fahren beigebracht. Armin Prommersberger hat Multiple Sklerose. Bislang war das in seinem Arbeitsalltag allerdings kein Problem. Umso größer die Überraschung, dass ihm bei der jüngsten Begutachtung, obwohl die Gesundheitsnachweise keine Verschlechterung zeigen, seine Lizenz entzogen wird.
Auto auf seine Bedürfnisse umbauen lassen
„Der Armin ist, Gott sei dank jemand, der nicht den Kopf in den Sand steckt, sondern nach Lösungen sucht. Um auf das Gutachten zu reagieren, hat er in Eschlkam sein Auto so umbauen lassen, dass er jetzt mit der Hand bremsen und Gas geben kann, statt mit seinen etwas eingeschränkten Beinen“, berichtet MdL Preidl nach einem Ortstermin. Doch diesen Umbau habe sich von den entscheidenden Stellen niemand angeschaut. Der Sachverhalt wurde stattdessen pauschal aus der Ferne abgelehnt. „Das finde ich sehr schade“, spricht sich der Landtagsabgeordnete für den 50-Jährigen aus Michelsneukirchen aus.
Sollte das Gutachten dann negativ ausfallen, würde er sich dem selbstverständlich fügen, ergänzt Prommersberger. Er stehe hinter solchen Regeln, doch würde sich zumindest wünschen, dass sein besonderer Fall näher geprüft wird. Er hat die Fahrschule von seinem Vater übernommen und auch seine beiden Söhne sollten in Zukunft die Möglichkeit haben, ins Familienunternehmen einsteigen zu können. Doch das aktuelle Problem: Es gibt zu wenig Fahrlehrer. Im gesamten Landkreis gibt es etwa 20 Fahrschulen und alle suchen nach Nachwuchs. Seit Prommersberger nur noch Theorieunterricht abhalten darf, ist es schwerer für seine restlichen Mitarbeiter, die Praxisstunden zu stemmen.
Individuelle Lösung mit allen Beteiligten gewünscht
Armin Prommersberger erklärt abschließend: „Im Lizenzentzug werden MS-Symptome erwähnt, unter denen ich gar nicht leide! Ja, es gibt Fälle, in denen die Menschen Doppelbilder sehen oder chronische Müdigkeit haben. Aber ich nicht, bei mir sind es eben die Beine. Deshalb hab ich ja das Fahrschulauto umbauen lassen.“
Er würde sich wünschen, dass es einen gemeinsamen Termin mit den Entscheidern geben würde: die Führerscheinstelle, der Auto-Ausbauer aus Eschlkam, ein TÜV-Beauftragter, zum Beispiel auch ein anderer Fahrlehrer und ein Mediziner wie ein Neurologe. „Aber das wurde mir bisher nicht zugesagt“, berichtet Prommersberger, „das finde ich traurig, da fehlt der Mut!“ Man müsse etwas Neues schaffen, weil es seinen Fall kein zweites Mal in Bayern oder sogar Deutschland gebe.









