Vorbereitet sein
Waldbrand-Großübung am Osser: 1.300 Einsatzkräfte zeigen Schlagkraft

Kreisbrandinspektion Cham
Zur Erkunden des schwer zugänglichen Gebietes am Osser waren zwei Polizeihubschrauber vor Ort.
Am Freitag ist der Landkreis Cham Schauplatz einer großangelegten Katastrophenschutzübung geworden. Unter dem Übungstitel „Flammendes Steindl“ trainieren zwei Tage lang rund 1300 Einsatzkräfte aus verschiedensten Organisationen den Ernstfall: Ein großflächiger, schwer zugänglicher Waldbrand im Bereich des Ossers stellte die Beteiligten vor komplexe taktische und logistische Herausforderungen.
Gegen 15 Uhr wurde durch eine Wandergruppe ein Flächenbrand in einem abgelegenen Bereich des Ossermassivs gemeldet. Die Integrierte Leitstelle alarmierte daraufhin umgehend die Feuerwehren Lohberg und Thürnstein sowie den zuständigen Kreisbrandmeister Konrad Kellner zur ersten Erkundung und Brandbekämpfung.
Realistische Lage und mehrstufige Alarmierung
Bereits bei der ersten Lageerkundung wurde das Ausmaß der angenommenen Schadenslage deutlich. Aufgrund der dichten Vegetation, der Hanglage und der schlechten Erreichbarkeit wurde das Einsatzstichwort auf „Brand im Freien - Bergwald“ erhöht. In der Folge alarmierte die Leitstelle zahlreiche weitere Feuerwehreinheiten, darunter den Schlauchwagenzug aus dem KBI-Bereich Bad Kötzting, um eine stabile Wasserversorgung sicherzustellen. Die Wasserförderung wurde über knapp vier Kilometer bis kurz vor den Brandherd verlegt - eine enorme technische und personelle Leistung.
Während der laufenden Brandbekämpfung ereignete sich im Übungsszenario ein Unfall einer Einsatzkraft in unwegsamem Gelände. Sofort wurden Rettungsdienst und Bergwacht zur Versorgung und Bergung alarmiert. Die realistisch simulierte Rettung erforderte enge Zusammenarbeit und hohe Professionalität von Notfallsanitätern, Bergrettern und Feuerwehrkräften. Der Verletzte wurde versorgt, stabilisiert und anschließend durch die Bergwacht talwärts transportiert. Parallel dazu wurde im Bereich des Dorfstadls in Lohberg die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) in Stellung gebracht. Die Stäbe Ost und West der Kreisbrandinspektion Cham wurden aktiviert und übernahmen im Wechsel die strategische Koordination der Einsatzabschnitte. Gemäß Artikel 15 des Bayerischen Katastrophenschutzgesetzes wurde offiziell die Örtliche Einsatzleitung (ÖEL) ausgerufen.
„Gerade in unwegsamem Gelände und bei einer dynamischen Einsatzlage wie einem Waldbrand sind eine strukturierte Führungsarbeit und abgestimmte Kommunikation über alle Ebenen hinweg entscheidend für den Einsatzerfolg“, betonte Kreisbrandrat Michael Stahl die Übungsszenarien.
Luftunterstützung durch Hubschrauber
Zur weiteren Erkundung des schwer zugänglichen Gebietes sowie zur logistischen Unterstützung kamen zwei Polizeihubschrauber zum Einsatz. Unterstützt wurden sie von den Flughelfergruppen aus Cham und Straubing, die unter anderem Materialtransport und Luftbeobachtung übernahmen. Der Einsatz aus der Luft stellte einen wichtigen Bestandteil der Gesamtlage dar und ergänzte die Bodenmaßnahmen wirkungsvoll.
Die Übung „Flammendes Steindl“ verfolgt das Ziel, die Zusammenarbeit und Kommunikation verschiedenster Organisationen wie Feuerwehr, Rettungsdienst, Bergwacht, Polizei, THW und Führungsstäbe unter realitätsnahen Bedingungen zu trainieren. Dabei standen insbesondere die Zusammenarbeit in schwierigem Gelände, die Führungsorganisation bei Großschadenslagen, die Versorgungssicherheit im abgelegten Bereich sowie der Einsatz moderner Technik und Luftunterstützung im Fokus.
Am Samstag wird die Übung mit weiteren Einsatzszenarien fortgesetzt.










