Länder-Analyse

Studie: Demokratie weltweit unter Druck

Laut einer Untersuchung unter 137 Staaten verliert die Demokratie an Boden. (Archivbild)

Laut einer Untersuchung unter 137 Staaten verliert die Demokratie an Boden. (Archivbild)

Von dpa

Autokratien breiten sich einer Untersuchung zufolge weltweit aus, die Demokratie gerät in die Defensive. Das zeigt der „Transformationsindex 2026“ der Bertelsmann Stiftung (BTI), der 137 Staaten analysiert. Demnach werden inzwischen 56 Prozent der ausgewerteten Länder autokratisch regiert. Beim ersten Index vor 20 Jahren war es noch umgekehrt: Damals hatten Demokratien mit 55 Prozent die Mehrheit.

Rechtsstaatlichkeit, politische Freiheitsrechte und fairer Wettbewerb seien zunehmend geschwächt, heißt es in der Analyse. Diese wachsende Autokratisierung sehe sie mit großer Sorge, sagte Stiftungsexpertin Sabine Donner der Deutschen Presse-Agentur.

Ein Drittel der insgesamt 77 Autokratien bewertet die Studie als moderat, zwei Drittel als „harte Autokratien, in denen Grundrechte vollständig missachtet werden“. Dazu gehörten Russland, China oder auch Afghanistan, Äthiopien, Iran, Katar, Myanmar, Nordkorea, Ruanda, Venezuela oder Weißrussland.

Der BTI bewertet alle zwei Jahre Demokratie-Qualität, Regierungsführung und Marktwirtschaft in 137 Ländern - in Zusammenarbeit mit 300 Experten aus mehr als 120 Ländern, Zeitraum war Februar 2023 bis Januar 2025. Nicht dabei: Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Japan oder auch Kanada - insgesamt 23 „wirtschaftlich hoch entwickelte und fest etablierte Demokratien“, erläuterte Donner. Auch die USA seien nicht berücksichtigt, dort beobachte man allerdings derzeit „eine Erosion der Demokratie“.

In Autokratien würden Versammlungs-, Meinungs- und Pressefreiheit eingeschränkt, hieß es. In 54 Prozent der untersuchten Länder erfüllten Wahlen keine demokratischen Mindeststandards. Rechtsstaatlichkeit mit Gewaltenteilung und unabhängiger Justiz würden abgebaut oder missachtet.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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