Diplomatie

Münchner Sicherheitskonferenz lädt Iran wieder aus

Er wollte anders mit dem Iran umgehen als sein Vorgänger. Jetzt hat MSC-Leiter Wolfgang Ischinger es sich anders überlegt. (Archivbild)

Er wollte anders mit dem Iran umgehen als sein Vorgänger. Jetzt hat MSC-Leiter Wolfgang Ischinger es sich anders überlegt. (Archivbild)

Von dpa

Nach dem gewaltsamen Vorgehen iranischer Sicherheitskräfte gegen Demonstranten hat die Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) ihre Einladung an iranische Regierungsvertreter zurückgezogen. „Vor mehreren Wochen wurde eine Einladung an einzelne Regierungsvertreter aus dem Iran ausgesprochen. Angesichts der aktuellen Vorgänge wird die Münchner Sicherheitskonferenz diese Einladungen nicht aufrechterhalten“, sagte ein MSC-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage.

Zuvor hatte das Auswärtige Amt von einer Einladung abgeraten. „Wir halten eine Teilnahme angesichts der blutigen Niederschlagung von Protesten (...) für unangebracht“, sagte ein Sprecher in einer Pressekonferenz.

Ausgelöst wurden die Proteste unter anderem von einer dramatischen Wirtschaftskrise, einer sehr hohen Inflationsrate und großer Unzufriedenheit mit der Führung in Teheran. Irans Sicherheitsapparat hat die Proteste brutal niedergeschlagen, es gibt Berichte über Tausende Tote.

Das weltweit wichtigste Expertentreffen zur Sicherheitspolitik findet vom 13. bis 15. Februar im Hotel Bayerischer Hof statt. In den vergangenen drei Jahren war der Iran unter dem bisherigen Konferenzleiter Christoph Heusgen nicht eingeladen. Der jetzige Leiter Wolfgang Ischinger hatte sich zunächst anders entschieden, bevor er die Einladung wieder zurückzog. Die MSC sehe derzeit „die Voraussetzungen für einen gelingenden Dialog nicht gegeben“, hieß es aus Konferenzkreisen.

Zur Frage, ob iranische Oppositionelle teilnehmen, die im Exil leben, äußerte sich die Sicherheitskonferenz noch nicht. Im vergangenen Jahr hatte der Sohn des 1979 gestürzten Schahs von Persien, Reza Pahlavi, teilgenommen.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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