Affäre um Sexualstraftäter

Epstein-Dateien gelöscht - Trump-Foto wieder online

Jeffrey Epstein steht im Zentrum eines Skandals, der weite Kreise nicht nur in die US-amerikanische Politik und High Society zieht. (Handout)

Jeffrey Epstein steht im Zentrum eines Skandals, der weite Kreise nicht nur in die US-amerikanische Politik und High Society zieht. (Handout)

Von dpa

Tausende Fotos und Dokumente hat das US-Justizministerium auf seiner Webseite veröffentlicht, um Licht in die Affäre um den gestorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zu bringen - doch keine 24 Stunden danach fehlten bereits die ersten davon wieder. Kommentarlos hatte das Ministerium gut ein Dutzend Dateien wieder von der Seite genommen. Erst am Sonntag liefert der stellvertretende Justizminister Todd Blanche eine Erklärung. Es gehe um den Schutz von Opfern. Seine ebenfalls in der Kritik stehende Chefin Pam Bondi äußerte sich nicht.

Kritisiert wird das Ministerium auch für die unvollständige Veröffentlichung des Materials und die Schwärzung vieler Dokumente. Kongressmitglieder wollen eine vollständige Veröffentlichung erwirken.

Die Dateien enthalten lauter geschwärzte Akten.
Die Dateien enthalten lauter geschwärzte Akten.
Die Dateien enthalten lauter geschwärzte Akten.
Für das plötzliche Verschwinden von Dateien aus den Epstein-Akten hat US-Vize-Justizminister Todd Blanche eine Erklärung. (Archivfoto)
Für das plötzliche Verschwinden von Dateien aus den Epstein-Akten hat US-Vize-Justizminister Todd Blanche eine Erklärung. (Archivfoto)
Für das plötzliche Verschwinden von Dateien aus den Epstein-Akten hat US-Vize-Justizminister Todd Blanche eine Erklärung. (Archivfoto)
Die Veröffentlichung der Epstein-Dokumente erfolgte kurz vor der Deadline.
Die Veröffentlichung der Epstein-Dokumente erfolgte kurz vor der Deadline.
Die Veröffentlichung der Epstein-Dokumente erfolgte kurz vor der Deadline.
Dokumente aus einer ersten Tranche an Epstein-Akten.
Dokumente aus einer ersten Tranche an Epstein-Akten.
Dokumente aus einer ersten Tranche an Epstein-Akten.
Kommt unverhältnismäßig oft in den Epstein-Akten vor: Ex-US-Präsident Bill Clinton. (Archivfoto)
Kommt unverhältnismäßig oft in den Epstein-Akten vor: Ex-US-Präsident Bill Clinton. (Archivfoto)
Kommt unverhältnismäßig oft in den Epstein-Akten vor: Ex-US-Präsident Bill Clinton. (Archivfoto)

Das vorübergehend gelöschte Bild zeigt eine Schublade mit Fotos, darunter eines von Trump vor seiner Präsidentschaft, auf dem er mit Frauen in Bikinis posiert. Trump kannte Epstein gut, wie frühere Fotos zeigen. Allerdings gibt es derzeit keine Hinweise auf eine Verwicklung des Republikaners in den Skandal.

Kommentarlos hatte das Ministerium zunächst gut ein Dutzend Dateien wieder von der Seite genommen. Erst am Sonntag liefert der stellvertretende Justizminister Todd Blanche eine Erklärung. Es gehe um den Schutz von Opfern.

Seine ebenfalls in der Kritik stehende Chefin Pam Bondi äußerte sich nicht. Kritisiert wird das Ministerium auch für die unvollständige Veröffentlichung des Materials und die Schwärzung vieler Dokumente. Kongressmitglieder wollen eine vollständige Veröffentlichung erwirken. Eine Stichprobe der Deutschen Presse-Agentur hatte ergeben, dass eine neuere Version des ersten Datensatzes vom Samstag mindestens 16 Dateien weniger umfasste als eine vorherige Version des Archivs vom Freitagnachmittag.

Der Fall Epstein beschäftigt die Öffentlichkeit seit langem. Jahrelang hatte der Multimillionär aus New York einen Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Über mehrere Jahre hinweg soll Epstein minderjährige Mädchen etwa in New York und Florida auch selbst missbraucht haben. 2019 war Epstein mit 66 Jahren im Gefängnis gestorben und damit vor einer möglichen erneuten Verurteilung.

Der Fall war schon vor vielen Jahren einmal vor Gericht verhandelt worden, dessen Ausgang empfanden Opfer und Kritiker Epsteins allerdings als ungenügend. Der Millionär hatte sich damals zu einzelnen Punkten der Anklage schuldig bekannt. Später wurde der Fall dann nochmals aufgerollt.

Der Finanzier hatte beste Kontakte in die High Society, was zahlreiche Spekulationen über die Tragweite des Skandals mit sich brachte. Immer wieder kam die Frage auf, welche prominente Persönlichkeiten in Epsteins Machenschaften verwickelt gewesen sein könnten. Per Gesetz wurde schließlich vor einem Monat die Veröffentlichung der Akten verfügt, gegen die sich Trump lange gewehrt hatte.

Bei den nun veröffentlichten Fotos tauchen einige Prominente auf. Neben Rockstar Mick Jagger, dem 2009 gestorbenen Pop-König Michael Jackson und Schauspieler Kevin Spacey ist Ex-Präsident Clinton verhältnismäßig oft abgelichtet. Immer wieder taucht er auf Fotos auf - zum Beispiel beim Schwimmen im Pool mit Epsteins langjähriger Vertrauter Ghislaine Maxwell. Auf anderen Aufnahmen sieht man den Demokraten ohne Bezug zu ihr oder Epstein.

Der Clinton-Sprecher Angel Urena kritisierte die Veröffentlichung der Fotos als Ablenkungsmanöver des Weißen Hauses. Auf X schrieb Urena, es gebe zwei Gruppen von Menschen. Eine erste Gruppe, die nichts gewusst und die Beziehung zu Epstein abgebrochen habe, bevor dessen kriminelle Taten ans Licht gekommen seien. Und dann gebe es eine zweite Gruppe, die auch danach ihre Beziehungen zu ihm weitergeführt habe. „Wir gehören zur ersten Gruppe.“

Trump behauptete in den vergangenen Wochen immer wieder, dass Clinton auf der Privatinsel Epsteins gewesen sei. Selbst Trumps Stabschefin Susie Wiles widersprach aber dieser Darstellung.

Trump steht schon länger wegen des Skandals um Epstein innenpolitisch unter Druck. Der US-Präsident unterschrieb erst auf massiven Druck aus dem US-Parlament das Gesetz zur Veröffentlichung. Trump hatte noch im Präsidentschaftswahlkampf die Freigabe der Akten gefordert, dann sträubte er sich nach dem Amtsantritt.

Der Fall ist für Trump auch deshalb gefährlich, weil er offenbarte, dass der Rückhalt im Lager seiner eigenen Partei der Republikaner und selbst in seiner Bewegung „Make America Great Again“ bröseln kann. Unter den Republikanern und der Maga-Bewegung waren Stimmen lauter geworden, die öffentlich eine Freigabe der Akten gefordert hatten.

Auch auffällig: Am Tag der Freigabe der Akten hatte es Trump vermieden, vor Journalisten über das Thema zu sprechen. So hatte er bei einem Termin im Weißen Haus, bei dem es um Medikamentenpreise ging, ausdrücklich Reporter angemahnt, ausschließlich Fragen zu diesem Thema zu stellen und andere nicht anzureißen. Das ist ungewöhnlich - normalerweise öffnet Trump die Runde für Journalisten und antwortet auf Fragen zu allen möglichen Themen.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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