Ministerrat in Brühl
Deutschland und Frankreich starten Atom-Kooperation
Mit einer gemeinsamen Luftwaffenübung haben Deutschland und Frankreich ihre im März vereinbarte Zusammenarbeit bei der nuklearen Abschreckung erstmals in die Praxis umgesetzt. Zwei französische Rafale-Kampfjets, die mit Atomwaffen bestückt werden können, und zwei Eurofighter der Bundeswehr trainierten unmittelbar vor dem Deutschlandbesuch von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron die Betankung in der Luft durch ein französisches Tankflugzeug, wie ein Sprecher der Luftwaffe der Deutschen-Presse-Agentur bestätigte.
Am Rande der Tagung des deutsch-französischen Verteidigungsrats soll es am Freitag auf dem Fliegerhorst Nörvenich bei Köln eine weitere Übung geben, bei der deutsche und französische Soldaten Wartungsarbeiten an den Flugzeugen des jeweils anderen Landes durchführen.

Jens Büttner/dpa
Mit der Betankung eines französischen Atom-Kampfjets in Nörvenich bei Köln wird die deutsch-französische Kooperation bei der nuklearen Abschreckung erstmals in die Praxis umgesetzt. (Archivfoto)
Damit beginnt die Umsetzung der Nuklear-Partnerschaft zwischen Deutschland und Frankreich, die Anfang März von Merz und Macron vereinbart worden war. Nach Angaben aus deutschen Regierungskreisen soll der Verteidigungsrat am Freitag als nächsten Schritt beschließen, dass sich im Herbst erstmals deutsche Soldaten an einem französischen Nuklear-Manöver beteiligen.
Macron hatte europäischen Partnern bereits vor Jahren angeboten, unter den atomaren Schutzschirm Frankreichs zu rücken. Neben Großbritannien ist es das einzige westeuropäische Land, das über Atomwaffen verfügt. In Deutschland sind derzeit US-Atombomben als Teil der nuklearen Abschreckung der Nato stationiert, für deren Einsatz im Ernstfall die Bundeswehr Kampfjets bereitstellt. Die Kooperation mit Frankreich soll die Nato-Abschreckung ergänzen und stärken.
Auch mit der Atommacht Großbritannien hat Frankreich eine nukleare Zusammenarbeit vereinbart. Sieben weitere Länder haben positiv auf das französische Angebot reagiert: Polen, die Niederlande, Belgien, Griechenland, Schweden, Dänemark und Norwegen.









