Sexueller Übergriff
Prozess: Kabarettist Günther Paal gesteht Kindesmissbrauch

Hans Klaus Techt/APA/dpa
Kabarettist Günther Paal ist in dem Prozess einer von insgesamt drei Angeklagten.

Der österreichische Kabarettist Günther Paal hat sich wegen sexuellen Kindesmissbrauchs schuldig bekannt. Der 64-jährige Paal, der unter dem Namen Künstlernamen Gunkl auftritt, gestand im Wiener Landesgericht zudem den Besitz von Darstellungen von sexuellem Kindesmissbrauch. In dem Prozess stehen auch die sexuellen Kontakte zwischen Paal und der Mutter sowie der Großmutter des Opfers im Fokus.
Die zwei Frauen sind ebenfalls angeklagt. Mit der Drohung, den Missbrauch öffentlich zu machen, sollen sie Paal nach Angaben der Staatsanwaltschaft erpresst haben. Insgesamt zahlte Paal demnach 159.000 Euro. Bei der Übergabe von zusätzlichen 30.000 Euro im vergangenen Juni wurde die Mutter des mutmaßlich missbrauchten Mädchens festgenommen, denn Paal hatte sich zuvor selbst angezeigt und die Polizei eingeschaltet. Die Mutter bekannte sich vor Gericht schuldig, die Großmutter bestritt die Vorwürfe.
Die Angeklagten lernten einander nach eigenen Aussagen vor mehr als zehn Jahren kennen, nachdem Paal auf ein Online-Inserat der zwei Masseurinnen reagiert hatte. Es kam demnach zu Sex zwischen den drei Angeklagten, für die Paal bezahlte. Während der Kabarettist vor Gericht das Dreiecksverhältnis als Prostitution charakterisierte, sprachen die Frauen davon, dass auch Freundschaft im Spiel war.
Kabarettist nahm Kinderpornos zu Sex-Treffen mit
Bei den Treffen hatte Paal einen Laptop mit Kindesmissbrauchs-Darstellungen dabei, die er den Frauen zeigte. Vor einigen Jahren kam es bei einem neuerlichen Treffen, bei dem der Übergriff stattfand. Das Mädchen war damals im Kleinkindalter.
Den Frauen drohen bis zu zehn Jahre Haft. Die maximale Strafe für Paal beträgt fünf Jahre. Für sexuellen Kindesmissbrauch sind in Österreich bis zu zehn Jahre Haft nur bei Geschlechtsverkehr oder physischer Gewalt vorgesehen. Dies fand laut Anklage in diesem Fall nicht statt. Das Urteil könnte bereits am Nachmittag fallen.








