Brände
Ermittlungen nach Inferno in Hongkong - Opferzahl gestiegen

Vernon Yuen/Nexpher via ZUMA Press Wire/dpa
Mehr als 60 Menschen sind bei dem Brand ums Leben gekommen.
Bei einem Großbrand in einer Wohnanlage mit mehreren Hochhäusern in Hongkong sind mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Mindestens drei weitere Menschen wurden in Krankenhäusern behandelt, zwei von ihnen waren in einem kritischen Zustand, wie aus einer Regierungsmitteilung hervorging.
Wie die Hongkonger Zeitung „South China Morning Post“ und andere lokale Medien berichteten, gehörte auch ein Feuerwehrmann zu den Todesopfern.
Der Brand war in der Wohnanlage Wang Fuk Court im Stadtteil Tai Po ausgebrochen und wurde rasch auf Stufe 4 hochgestuft - die zweithöchste Gefahrenstufe in Hongkong. Mindestens drei der insgesamt acht Wohnblöcke mit mehr als 1900 Wohnungen waren laut „South China Morning Post“ betroffen.
Medienberichten zufolge retten die Helfer weitere Überlebende aus den betroffenen Gebäuden. Die Feuerwehr brachte am Morgen (Ortszeit) zudem mehrere Katzen und Hunde, die überlebt hatten aus den Gebäuden, wie auf Fotos zu sehen war.
Über den Hochhausblöcken der Wohnanlage Wang Fuk Court zogen am Vormittag (Ortszeit) weiter dichte Rauchschwaden, während die Feuerwehr ihre Löscharbeiten von Drehleitern aus fortsetzte, wie Live-Übertragungen zeigten. Wegen der Verkehrsbehinderungen fiel an 13 Schulen der Unterricht aus.
Die dramatischen Bilder des Brandes der höchsten Kategorie fünf gingen um die Welt. Das Feuer war am Mittwoch aus bislang noch ungeklärter Ursache ausgebrochen und hatte sich rasch über mehrere eingerüstete Hochhäuser ausgebreitet. Die Feuerwehr berichtete von extremen Temperaturen in den oberen Stockwerken und schwierigen Bedingungen bei der Brandbekämpfung. Mittlerweile brachten die Einsatzkräfte die Feuer weiter unter Kontrolle, meldeten aber noch Flammen in drei Wohnblöcken.
Aus dem Ausland erreichten Hongkong erste Beileidsbekundungen. Das Generalkonsulat Großbritanniens drückte den Betroffenen und Rettungskräften seine Nähe aus. Hongkong war bis 1997 britische Kronkolonie.
Auch die diplomatischen Vertretungen Deutschlands, der EU und der USA zeigten online ihre Anteilnahme. Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hatte sich bereits am Vortag betroffen über den Brand gezeigt und Pekings Unterstützung zugesichert, wie das chinesische Staatsfernsehen berichtete.
Die Behörden prüfen insbesondere die Sicherheitsstandards der traditionellen Bambusgerüste und der daran befestigten Schutznetze, mit denen alle Gebäude wegen Renovierungsarbeiten verkleidet waren. Ermittler fanden mit Polystyrolplatten - einem leicht entflammbaren Kunststoff, der häufig als Dämmmaterial verwendet wird - verbaute und teils blockierte Fenster sowie mutmaßlich minderwertige Baumaterialien. Beides könnte dazu beigetragen haben, dass sich das Feuer so schnell ausbreitete.
Die Wohnanlage stammt aus den 1980er Jahren und war für Renovierungsarbeiten eingerüstet. Die Flammen breiteten sich auch durch den Wind rasch aus und griffen auf sieben der acht Gebäude über, die alle mehr als 30 Stockwerke hoch sind. In der Anlage befinden sich fast 2.000 Wohnungen.
Durch den Großbrand mussten rund 900 Menschen Unterschlupf in öffentlichen Schutzräumen suchen. Berichten zufolge rechnen die Behörden damit, dass die Rettungsarbeiten mindestens bis zum Abend (Ortszeit) weitergehen werden.












