Kriminalität
Fünf Tote - Mann soll Familie und sich selbst getötet haben

Christoph Schmidt/dpa
Ein Mann steht im Verdacht, seine Söhne, seine Ehefrau, seine Schwester und dann sich selbst getötet zu haben.
Ein 63 Jahre alter Mann soll im Großraum Reutlingen seine Ehefrau, seine beiden Söhne, seine Schwester und dann sich selbst getötet haben. Wie die Polizei mitteilte, wurden die Toten in Reutlingen, Pfullingen und St. Johann in Baden-Württemberg gefunden.

Christoph Schmidt/dpa
Die ganze Dimension der Tat offenbart sich den Ermittlern erst Schritt für Schritt.
Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft wird „wegen des Verdachts eines innerfamiliären Tötungsdelikts“ ermittelt. Tatverdächtig sei der 63 Jahre alte Deutsche, Hinweise auf einen Fremdtäter gebe es derzeit keine.
Die ganze Dimension der Tat offenbart sich den Ermittlern erst Schritt für Schritt: Zunächst hatte eine Pflegekraft am Dienstagmorgen die leblose 60 Jahre alte Schwester des Mannes in ihrer Wohnung in Reutlingen gefunden. Es habe sich herausgestellt, dass die Frau tödliche Verletzungen erlitten habe. Schnell habe sich ein Verdacht gegen den Bruder der Frau ergeben.
Bei der Durchsuchung von dessen Wohnhaus in Pfullingen fanden Spezialeinsatzkräfte am Dienstagabend die Leichen des 63-Jährigen und seiner 57 Jahre alten Ehefrau. Beide hätten Schussverletzungen aufgewiesen, die mutmaßliche Tatwaffen fanden die Ermittler neben den Toten. Ob der Mann, der Jäger war, die Waffe legal besaß, werde derzeit geprüft.
Anschließend durchsuchten die Einsatzkräfte die Firmenräume des Mannes in St. Johann. Dort fanden sie die Leichen seiner 27 und 29 Jahre alten Söhne. Die getötete Ehefrau ist laut Polizei nicht die Mutter der beiden Männer.
Die Fundorte der Toten befinden sich alle im Großraum Reutlingen. Pfullingen, wo der mutmaßliche Täter und seine Frau wohnten, grenzt direkt an Reutlingen. Der Firmensitz, wo die beiden Söhne gefunden wurden, liegt in St. Johann auf der Schwäbischen Alb, wenige Fahrminuten von Reutlingen entfernt.
Sie sei geschockt, sagte eine Nachbarin. Auch am Wohnort des mutmaßlichen Täters ist das Entsetzen groß. Man habe von dem Fall mitbekommen und sei über die Ausmaße und die Brutalität der Ereignisse tief betroffen, ließ Pfullingens Bürgermeister Stefan Wörner (parteilos) mitteilen. Die Jägervereinigung Reutlingen nannte die Ereignisse unheimlich tragisch.
Viele Fragen zu der Tat sind noch offen. Warum der Mann offenbar zur Waffe griff und seine Familie tötete, ist ebenso Gegenstand der Ermittlungen wie die Frage nach dem genauen Ablauf. Nicht bekannt ist auch, wann sich die Tat genau ereignete. Man wisse den Todeszeitpunkt der einzelnen Personen bislang nicht, sagte ein Polizeisprecher. Unklar ist derzeit auch noch, wie genau die Schwester des Mannes ums Leben kam. Ihre Leiche wies nach Angaben der Polizei keine Schussverletzungen auf.
Nach Angaben eines Polizeisprechers wurde eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Sie soll versuchen, die offenen Fragen zu klären und dafür auch mögliche Zeugen vernehmen. Zu Details der Ermittlungen wollte der Sprecher nichts sagen. Nur so viel: „Die Ermittlungen sind auf Hochtouren.“








