Jahreswechsel

Letzte Böllernacht in den Niederlanden endet in Gewalt

In einigen niederländischen Städten wurde die Polizei mit Böllern beworfen.

In einigen niederländischen Städten wurde die Polizei mit Böllern beworfen.

Von dpa

In Amsterdam hat ein Brand in der Silvesternacht eine große Kirche weitgehend zerstört. Der rund 50 Meter hohe Turm und das Dach der Vondelkirche im Zentrum der Hauptstadt stürzten ein, wie die Sicherheitsbehörden mitteilten. Am Vormittag brachten die Einsatzkräfte den Brand unter Kontrolle. Bei dem Feuer in der schon seit Jahrzehnten nicht mehr als Gotteshaus genutzten Kirche gab es keine Verletzten.

Eine große Zahl von Wohnungen in der Umgebung der Kirche wurde evakuiert. Rund 90 Haushalte waren vorübergehend ohne Strom. Die Ursache des Brandes, der kurz nach Mitternacht ausbrach, ist noch nicht bekannt. Starker Wind fachte die Flammen an und sorgte für Funkenflug.

Die Niederlande feierten den letzten Jahreswechsel, bei dem Böller und Raketen erlaubt waren. Die Menschen kauften weit mehr legales und illegales Feuerwerk als in den Vorjahren. Es kam zu etlichen Bränden. Ob der Brand in der Kirche mit Feuerwerk zusammenhängt, ist noch offen.

In der Silvesternacht ist die Vondelkirche in Amsterdam in Brand geraten.
In der Silvesternacht ist die Vondelkirche in Amsterdam in Brand geraten.
In der Silvesternacht ist die Vondelkirche in Amsterdam in Brand geraten.
Zum letzten Mal durften die Menschen in den Niederlanden in der Silvesternacht Böller und Raketen zünden.
Zum letzten Mal durften die Menschen in den Niederlanden in der Silvesternacht Böller und Raketen zünden.
Zum letzten Mal durften die Menschen in den Niederlanden in der Silvesternacht Böller und Raketen zünden.

An vielen Orten habe sich die Gewalt gegen die Polizei und Rettungskräfte gerichtet, sagte der Vize-Polizeichef. „Wieder wurden Polizisten und andere Rettungskräfte verletzt und Polizeifahrzeuge brutal zerstört.“ Die Notrufnummer in den Niederlanden war in der Silvesternacht landesweit überlastet, weshalb die Behörden die Bevölkerung aufriefen, nur bei lebensbedrohlichen Situationen den Notruf zu wählen.

In Aalsmeer bei Amsterdam starb ein 38 Jahre alter Mann in der Nacht beim Hantieren mit Böllern. In der Großstadt Nijmegen an der deutschen Grenze kam ein 16-Jähriger bei einem Unglück mit einem Böller ums Leben. Wie die Polizei mitteilte, wurde ein möglicherweise Beteiligter festgenommen. In Utrecht wurde ein bewaffneter Mann von der Polizei niedergeschossen und schwer verletzt. In Rotterdam wurde ein Beamter verletzt, als ein Autofahrer bei einer Kontrolle plötzlich Gas gab und den Polizisten mehrere hundert Meter mitschleifte.

Ab dem Jahreswechsel 2026/2027 soll nach einem Parlamentsbeschluss ein Böllerverbot gelten. Für die letzte Silvesternacht mit Böllern und Raketen kauften die Menschen in den Niederlanden besonders große Vorräte ein. Nach Angaben des Branchenverbandes für Pyrotechnik (BNP) wurde Feuerwerk für 129 Millionen Euro verkauft, im Vorjahr betrug der Umsatz noch 118 Millionen Euro, wie die Zeitung „De Volkskrant“ berichtete.

Auch der Import von illegalen, teils sehr gefährlichen Knallern nahm nach Berichten der Polizei zu. Diese haben eine ungeheure Sprengkraft, die Polizei vergleicht sie mit Bomben und Granaten. In diesem Jahr wurden bis Ende Dezember rund 112 Tonnen illegale Feuerwerkskörper beschlagnahmt.

Im vergangenen Jahr lag die Gesamtmenge noch bei rund 107 Tonnen und 2023 bei rund 79 Tonnen. Der Verkauf und das Zünden von schweren Böllern ist bereits seit Jahren verboten. Doch Privatleute können sie in Belgien und Deutschland kaufen und dann über die Grenze schmuggeln.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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