Erdbebenkatastrophe

Geruch des Todes breitet sich nach Beben in Venezuela aus

Menschen suchen nach den Namen von Angehörigen auf Listen überlebender Personen.

Menschen suchen nach den Namen von Angehörigen auf Listen überlebender Personen.

Von dpa

Nach den Erdbeben in Venezuela breitet sich im Katastrophengebiet La Guaira der Geruch verwesender Leichen aus. „Der Geruch ist ein Anzeichen dafür, dass noch Leichen unter den Trümmern liegen“, schrieb am Wochenende die Menschenrechtsorganisation Provea auf der Plattform X. Offiziell liegt die Zahl der Todesopfer bislang bei 1.450, wie der Präsident der Nationalversammlung, Jorge Rodríguez, mitteilte. Rund 3.200 Menschen sind demnach verletzt worden.

Die Rettungsarbeiten in dem südamerikanischen Land sind am Montag an ihrem fünften Tag. Zehntausende Menschen werden noch vermisst. Rund 30.000 venezolanische Einsatzkräfte sowie 2.700 Rettungsexperten aus 24 Ländern sind im Einsatz. Auch ein Team des Technischen Hilfswerks (THW) ist dabei.

Die Rettungsarbeiten dauern an, doch die Hoffnung, Überlebende zu finden, schwindet.
Die Rettungsarbeiten dauern an, doch die Hoffnung, Überlebende zu finden, schwindet.
Die Rettungsarbeiten dauern an, doch die Hoffnung, Überlebende zu finden, schwindet.
Rund 780 Wohngebäude wurden laut Behörden beschädigt.
Rund 780 Wohngebäude wurden laut Behörden beschädigt.
Rund 780 Wohngebäude wurden laut Behörden beschädigt.
Rettungskräfte haben auch am vierten Tag nach der Katastrophe Überlebende geborgen.
Rettungskräfte haben auch am vierten Tag nach der Katastrophe Überlebende geborgen.
Rettungskräfte haben auch am vierten Tag nach der Katastrophe Überlebende geborgen.
Kritik an der Präsidentin wird laut. (Archivbild)
Kritik an der Präsidentin wird laut. (Archivbild)
Kritik an der Präsidentin wird laut. (Archivbild)
Friedensnobelpreisträgerin Machado möchte nach Venezuela zurückkehren. (Archivbild)
Friedensnobelpreisträgerin Machado möchte nach Venezuela zurückkehren. (Archivbild)
Friedensnobelpreisträgerin Machado möchte nach Venezuela zurückkehren. (Archivbild)

„Heute haben wir Überlebende geborgen, daher werden die Rettungsarbeiten nicht eingestellt“, sagte die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez am Sonntag. Laut Experten sinken die Überlebenschancen der Verschütteten nach 72 Stunden - also drei Tagen - stark. Nach 86 Stunden bargen internationale Teams allerdings eine Sechzigjährige in Caraballeda in La Guaira, wie der Präsident von El Salvador, Nayib Bukele, auf X mitteilte.

Nach der jüngsten Schadensbilanz wurden rund 780 Wohnhäuser sowie 38 Krankenhäuser zerstört oder schwer beschädigt. Auch Einkaufszentren und andere öffentliche Gebäude sind demnach eingestürzt - insgesamt rund 2.500 Wohngebäude und andere Einrichtungen. Nach den Beben der Stärke 7,2 und 7,5 am frühen Mittwochabend (Ortszeit) wurden mindestens 430 Nachbeben verzeichnet.

Mehr als 70.000 Familien sind nach der Katastrophe auf humanitäre Hilfe angewiesen. Zahlreiche Menschen schlafen im Freien oder in Notunterkünften. Die Präsidentschaft hat eine Sonderkommission eingerichtet, um das Maß der Schäden und die Bewohnbarkeit der Gebäude zu überprüfen, wie Rodríguez ankündigte.

Laut einer inoffiziellen Plattform für die Suche nach Vermissten gelten derzeit mehr als 47.000 Menschen als vermisst - nachdem fast 79.000 Vermisstenmeldungen eingegangen waren. Die Angaben lassen sich allerdings nicht unabhängig überprüfen. Menschen suchen auch nach den Namen ihrer Angehörigen auf Listen von Überlebenden, die sich etwa in Notunterkünften befinden.

Venezuela befand sich vor den Erdbeben ohnehin schon in einer schwierigen Lage. Seit Jahren leidet das Land unter politischen Spannungen, wirtschaftlichen Problemen und einer der größten Migrationskrisen der Welt. Im Januar führte Washington einen Militäreinsatz im Land durch, bei dem der autoritäre Machthaber Nicolás Maduro gefangen genommen wurde. Die derzeitige Staatschefin war Vizepräsidentin in der Maduro-Regierung.

In den vergangenen Tagen wurde Kritik an der geschäftsführenden Präsidentin laut. Nachdem sie am Freitag bei einem Rundgang in der Hauptstadt Caracas ausgebuht worden war, wurde sie am Sonntag in sozialen Netzwerken wegen eines protokollarischen Treffens mit internationalen Rettungsteams kritisiert. „Jede Sekunde zählt. Jede Sekunde. Dennoch hält die Regierung von Delcy Rodríguez die Rettungskräfte für eine politische Handlung von ihrer Arbeit ab“, schrieb der regierungskritische Journalist Orlando Avendaño auf X.

Unterdessen kündigte die Oppositionspolitikerin María Corina Machado an, dass sie angesichts der Erdbeben in ihre Heimat zurückkehren möchte. „Auf jeden Fall, die Zeit ist gekommen“, sagte sie dem US-Sender Fox News.

Laut einem Bericht der „New York Times“ hält die US-Regierung allerdings einen solchen zeitnahen Schritt für unangebracht. Im vergangenen Dezember war die bis dahin im Untergrund lebende Politikerin heimlich aus Venezuela ausgereist, um den Friedensnobelpreis in Oslo persönlich entgegenzunehmen. Kurz darauf, als sie bereits im Ausland war, wurde Machthaber Maduro gefangen genommen. Nun arbeitet Washington mit der geschäftsführenden Präsidentin Delcy Rodríguez eng zusammen.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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