Hilfe bei großen Brandwunden

Was bei der Behandlung von Brandverletzten wichtig ist

Viele Verletzte wurden in der Silvesternacht in Crans-Montana mit Rettungswagen in Kliniken gebracht.

Viele Verletzte wurden in der Silvesternacht in Crans-Montana mit Rettungswagen in Kliniken gebracht.

Von dpa

In den vergangenen Jahren kam es mehrfach zu verheerenden Bränden in Clubs und Lokalen mit zahlreichen Todesopfern wie jetzt in der Schweiz. Einige der schwersten Katastrophen:

Im Dezember 2025 kamen bei einem Brand in einem Nachtclub in der indischen Touristenhochburg Goa mindestens 25 Menschen ums Leben. Mindestens vier der Opfer waren Touristen. Das Unglück ereignete sich im Küstenort Arpora im Norden Goas, das wegen seiner Strände, seines lebendigen Nachtlebens und tropischen Klimas viele Touristen aus dem In- und Ausland anzieht.

Im März 2025 kam es zu einer verheerenden Brandkatastrophe in der Diskothek „Puls“ in der nordmazedonischen Kleinstadt Kocani. Bei einem Konzert der beliebten Band DNK brach ein Feuer aus, das mindestens 59 Menschenleben forderte und 155 weitere Personen verletzte.

Per Hubschrauber wurden mehrere Verletzte in das Universitätsklinikum nach Lausanne (Schweiz) geflogen.

Per Hubschrauber wurden mehrere Verletzte in das Universitätsklinikum nach Lausanne (Schweiz) geflogen.

Die Haut sei ein wichtiger Schutz vor Kälte und Infektionen. Die Versorgung der Patienten benötigt spezielle Raumbedingungen und Mediziner. Verletzte mit großen Brandwunden werden laut Fuchs in möglichst sterilen Räumen mit 30 Grad Raumtemperatur und hoher Luftfeuchtigkeit behandelt. Allein einen großen Verband anzulegen, erfordere ein spezialisiertes Team aus Pflege und Medizin. In der Anfangsphase haben die Patienten laut Fuchs auch einen enormen Flüssigkeitsverlust und benötigen 10 bis 20 Liter Wasser in den ersten 24 Stunden.

„Die große Herausforderung in der Behandlung ist die Therapie der Infektionen“, sagte Fuchs. „Durch die großen Wunden gelangen Bakterien mitunter in die Blutbahn und führen dann zu lebensbedrohlichen Infektionen.“ Auch werden die Patienten Fuchs zufolge wegen der Schwellung der Atemwege oder zur Schmerzbehandlung mitunter lange „künstlich“ beatmet, was wiederum zu Lungenentzündungen führen könne.

Um in möglichst schneller Zeit die Haut zu verschließen, gebe es zwei Möglichkeiten. Als erstes die sogenannte Spalthautverpflanzung: „Dabei werden Bruchteile von Millimeter gesunder Haut abgenommen und dann mit vielen ganz kleinen Schnitten eingeschlitzt“, sagte Fuchs. „Die Haut wird dann auseinandergezogen, damit sich ihre Oberfläche vergrößert.“ Sie sehe danach etwa wie ein Jägerzaun aus. Es werde daher eine Art Hautgitter auf die Wunde gelegt, das verwachse - allerdings unter Narbenbildung. Das könne Wochen und Monate dauern.

„Wenn 80 Prozent verbrannt sind, kann man gezüchtete Haut aus dem Labor nutzen“, erläuterte Fuchs. Dem Patienten wird eigene Haut abgenommen und im Labor wachsen gelassen. Das dauere 3 bis 3,5 Wochen und sei sehr teuer, daher werde das Verfahren nur bei ausgewählten Patienten eingesetzt. Eine Hauttransplantation von einem anderen Menschen sei nicht möglich, da die Haut abgestoßen werde.

In Deutschland sei die Versorgung nach solch großen Unglücken leichter als in der Schweiz. „Wir sind ein großes Land mit vielen spezialisierten Kliniken“, sagte Fuchs. „In Deutschland gibt es ein zentrales Melderegister, an das jedes Verbrennungszentrum meldet, wie viele freie Betten es hat.“ Es sei bei der Feuerwehr in Hamburg angesiedelt und werde täglich aktualisiert. „Wenn wir mehr Verletzte als Kapazitäten haben, rufen wir in Hamburg an und die Experten schauen, wo das nächste freie Bett ist.“ Patienten aus dem Ausland könnten auf anderen Wegen verteilt werden.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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